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Festhalteraum für gewalttätige Demonstranten

Stadt BernOffenbar will die Polizei heute an der unbewilligten Wipe-out-WEF-Kundgebung mit allfälligen renitenten Demonstranten kurzen Prozess machen: Diese Woche ist im Park+Ride Neufeld ein grosser Festhalteraum gebaut worden. Dort werden, falls nötig, die Personalien Festgenommener aufgenommen.

Heute Samstag könnte es in Bern brenzlig werden: Unter dem Motto «Wipe out WEF» wird zu einer unbewilligten Kundgebung in der Berner Innenstadt gegen das World Economic Forum (WEF) von kommender Woche aufgerufen (wir berichteten). Die Besammlung soll um 14 Uhr bei der Heiliggeistkirche stattfinden. «Die anonymen Organisatoren der Kundgebung haben nicht um eine Bewilligung ersucht», teilte gestern die Kantonspolizei mit. Laut der Polizei ist in der Innenstadt mit grösseren Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Aufrufe zu Gewalt Weil in Mails und auf einschlägigen Internetseiten zu Gewalt aufgerufen wurde, rechnet die Polizei mit vermummten und renitenten Demoteilnehmern. Offenbar will die Polizei gewalttätige Chaoten nicht mit Seidenhandschuhen anfassen, sondern hart anpacken, durchsuchen und registrieren. Die Kantonspolizei wird mit einem entsprechenden Dispositiv in der Innenstadt präsent sein, wie sie gestern ankündigte. Der dazu notwendige Festhalte- und Warteraum im Park+Ride Neufeld wurde nach einer Woche Bauzeit gestern fertiggestellt. Handwerker haben im ersten Obergeschoss seit dem letzten Montag einen Bretterverschlag von ungefähr 10 auf 30 Meter gebaut. Für die Wände zwischen den Betondecken haben die Zimmerleute dickes Holz verwendet. Der Bau wirkt von aussen äusserst massiv. Innen haben Metallbauer auf der ganzen Länge stabile Gitterkäfige für gewalttätige Chaoten erstellt. Eine «Klimaanlage» sorgt dafür, dass die Festgenommenen nicht frieren. Durch grosse Schläuche wird Frischluft von aussen angesaugt und aufgewärmt in den Festhalteraum geblasen. Zwei Türen ermöglichen den Zugang zum fensterlosen Warteraum. Seitlich des Blockhauses waren gestern bereits Parkplätze für die Kastenwagen abgesperrt, in denen die Chaoten – meist mit Kabelbindern gefesselt – zum provisorischen Warte- und Festhalteraum im Park + Ride gefahren werden. Direkt neben Polizeiposten Der Warteraum ist direkt an den ständigen Polizeistützpunkt Park+Ride Neufeld angebaut, in dem der Unfall- und Verkehrsdienst der Kantonspolizei stationiert ist. Hier befindet sich die Infrastruktur zur Kontrolle der Festgenommenen, zum Beispiel Befragungszimmer und Computer mit Zugriff auf die Personenregister. Wenn bei Demonstrationen viele Festnahmen erfolgen, mussten Angehaltene in der Vergangenheit oft stundenlang warten, bis sie an der Reihe kamen für die polizeiliche Kontrolle. Renitente Angehaltene verzögern und erschweren die Polizeiarbeit erheblich. Die Durchsuchung ihrer Effekten und die Beschlagnahmung von allfälligen Waffen braucht dementsprechend Zeit. Im Herbst 2011 während des SVP-Familienfestes dauerte es durchschnittlich 2 Stunden, bis die Festgehaltenen wieder auf freiem Fuss waren. Dies stellte die von der Polizei anvisierte ehemalige Regierungsstatthalterin Regula Mader fest, welche im Festhalteraum als Beobachterin zugegen war (vergleiche Box). Die Polizei kann jedoch Personen bis maximal 24Stunden festhalten. Jürg Spori>

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