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Energieholz hat Potenzial und ist eine Herausforderung

Holz mit seinem nachwachsenden Energie-

«Weitere Holzenergieanlagen sind dort sinnvoll, wo noch genügend Energieholz verfügbar ist.» So sprach gestern in Saanen Forstingenieurin Evelyn Coleman Brantschen, Leiterin der kantonalen Waldabteilung 2. Sie referierte vor über 60 Gemeindevertretern, Forstingenieuren, Förstern, Vertretern der regionalen Holzenergievereinigungen, Sägern, Waldbesitzern und Energiefachleuten aus dem ganzen Kanton. Sehr interessiert nahm das Publikum zur Kenntnis: «Im Oberland ist das Energieholzpotenzial fast ausgeschöpft; der Berner Jura hat noch grosse Reserven.» Evelyn Coleman Brantschen folgerte: «Um starke Konkurrenz und weite Transportwege zu vermeiden, sollte die regionale Verfügbarkeit von Energieholz vor der Planung neuer Anlagen geprüft werden.» Jetzt und vor zehn Jahren Vor zehn Jahren habe das Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) gesagt, Holz gebe es «zur Genüge». Der Absatz sei mit Nachdruck zu fördern. Doch heute sei es so, dass zum Beispiel die Verantwortlichen des Fernwärmeprojektes der Stadt Bern sich vermehrt im Berner Jura und nicht im Oberland – wie einst vorgesehen – nach Energieholz umschauten. Gemeinsam anbieten Wichtig sei die Bündelung des Holzangebotes. Dies erlaube einen konkurrenzfähigen Preis. Als positives Beispiel hob die Fachfrau die Energieholz AG Saanenland (Enhosag) hervor. Deren Verwaltungsratspräsident Heinz Brand zeigte den Firmenerfolg anhand von Zahlen: «1985 wurden 3000 Kubikmeter Schnitzel gehandelt. Heute sind es 26000, ab 2016 werden es 60000 Kubikmeter Schnitzel sein.» Bezugsgebiete für Energieholz seien das Obersimmental, das Saanenland und das Pays-d’Enhaut im benachbarten Kanton Waadt. Über die Hälfte des Energieholzes der Enhosag machten Wald- und Altholzschnitzel aus. Zudem würden Schlagabraum und Rinde verhäckselt, (noch) wenig genutzt werden Sägemehl und Späne. Offene Preispolitik Brand legte – zum Erstaunen einiger Anwesender – die Handelspreise offen. Für in Saanen angelieferte Nadelrundholz-Hackschnitzel werden momentan 25 Franken pro Kubikmeter Schnitzel bezahlt, reines Nadelrundholz gilt zwischen 12 und 16 Franken. Grösster Abnehmer der Enhosag AG ist die Fernwärmeanlage in Saanen. Dort betreibt die Genossenschaft EBL (Elektra Baselland) seit bald einem Jahr eine ihrer vielen Fernwärmeanlagen. Das 25-Millionen-Projekt wird im Endausbau 150 bis 170 Wärmekunden bedienen. Verträge bestehen mit 120 Abnehmern; sie werden nach und nach angeschlossen. Wegen Rentabilitätsmangel produziert die EBL in Saanen keinen Strom. Herausforderung Saanen Saanen–Gstaad sei ein wegweisendes Projekt. Auch, weil in den Bergen oben andere klimatische Bedingungen gelten als im Unterland. «Diese Anlage ist noch immer eine Herausforderung, die erst abgeschlossen ist, wenn der Endausbau erreicht ist», stellte EBL-Projektleiter Minder fest. Die Holzabrechnung zwischen dem Holzlieferanten Enhosag und der Abnehmerin EBL erfolgt nach produzierten Kilowattstunden. Ruth Oehrli >

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