Reconvilier und Dornach in chinesischer Hand

Swissmetal-Standorte

Die Swissmetal-Standorte Reconvilier BE und Dornach SO sind gerettet.

Die chinesische Beteiligungsgesellschaft Baoshida übernimmt beide Werke der Kupferherstellerin und beschäftigt die 250 Angestellten weiter. Zum Übernahmepreis werden keine Angaben gemacht. Der Nachlassrichter der in Liquidation stehenden Swissmetal Industries hat den Kaufvertrag genehmigt, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Baoshida habe sich dazu verpflichtet, sämtliche Mitarbeiter an beiden Standorten zu übernehmen. Damit könne der Belegschaft «eine Zukunft mit einem neuen Arbeitgeber ermöglicht werden», frohlockt Swissmetal im Communiqué. Bereits im Juli dieses Jahres war über einen Verkauf an Baoshida spekuliert worden. Damals hatte die im chinesischen Jinan beheimatete Baoshida Holding eine Schweizer Tochter ins Handelsregister eingetragen. Baoshida Schweiz liess sich in Reconvilier nieder, was von allen Beteiligten als Signal der Hoffnung gewertet wurde. Dornach-Grundstücke bleiben bei Swissmetal Wie sich heute zeigt, waren die Hoffnungen nicht vergebens. Baoshida Schweiz übernimmt gemäss Mitteilung vom Donnerstag sowohl die Anlagen, die Einrichtungen und Warenlager beider Standorte, das geistige Eigentum wie auch die Grundstücke in Reconvilier. Die Grundstücke des Betriebs in Dornach dagegen verbleiben bei Swissmetal und werden für die Weiterführung des Betriebs an Baoshida vermietet. Parallel dazu ist die Übernahme sämtlicher im Eigentum von Swissmetal befindlichen Markenrechte durch Baoshida vereinbart worden. Darunter fallen auch die Rechte an der Marke «Swissmetal» selbst. Langer Leidensweg Präsidiert wird Baoshida Schweiz von Shang Xingjun, dem Generaldirektor der Baoshida Holding, die sich auf Beteiligungen an Industriefirmen spezialisiert hat. Laut Handelseintrag hat Baoshida Schweiz das Ziel, Metalle, künstliche Materialien und Maschinen zu produzieren und zu verkaufen. Begonnen hatte die Swissmetal-Odyssee im Juli 2011, als die Produktion am Standort Dornach wegen Liquiditätsengpässen vorübergehend eingestellt und 182 Personen entlassen wurden. Von da an ging es stetig bergab. Ende Juni 2012 stimmten die Swissmetal-Aktionäre schliesslich der freiwilligen Liquidation der Gesellschaft zu. Seither strebt Swissmetal den Verkauf sämtlicher Unternehmenseinheiten an. So wurde eben erst am 20. November die deutsche Tochter Swissmetal Lüdenscheid an die französische Le Bronze Industriel veräussert. Aktie steigt auf tiefem Niveau Der Swissmetal-Aktienkurs hat sich am Donnerstag nach Bekanntwerden des Verkaufs der Fabrikwerke an Baoshida mehr als verdreifacht. Die Titel schossen von 0,24 Franken am Vortag auf 0,78 Franken hoch.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt