Rasanter Aufstieg

Snowboardcross

Die Bernerin Alexandra Hasler macht bereits in ihrer ersten Weltcupsaison mit Top-10-Plätzen auf sich aufmerksam.

In Bern daheim: Alexandra Hasler posiert in der Innenstadt, doch die 18-Jährige fühlt sich auch auf Schnee wohl.

In Bern daheim: Alexandra Hasler posiert in der Innenstadt, doch die 18-Jährige fühlt sich auch auf Schnee wohl.

(Bild: Stefan Anderegg)

Stephan Dietrich

Ah – ein Stadtmensch. Alexandra Hasler ist drauf und dran, sich im Snowboardcross einen Namen zu machen. Die Stadtbernerin hat in der letzten Saison die Europacup-Gesamtwertung für sich entschieden, jetzt bewährt sie sich im Weltcup. In Veysonnaz holte sich die 18-Jährige am Samstag als Zehnte ihre zweite Top-10-Rangierung, am Sonntag war dann bereits im Viertelfinal Endstation (Rang 23).

Hasler ist mit dem Wochen­ende zufrieden. Im ersten Rennen verpasste sie den grossen Final nur ganz knapp, und gestern durfte sie eine völlig neue Erfahrung machen. «Ich kam am Start sehr gut weg und lag in Führung», erzählt sie stolz. Hinter ihr reihte sich die spätere Tagessiegerin Michela Moioli ein.

Die Bedingungen im Wallis waren schwierig. Der Parcours war technisch wenig anspruchsvoll, dafür mussten die Fahrerinnen hohes Tempo aufbauen. «Die Piste verzieh Fehler nicht.» Dies war der Grund, warum Alexandra Hasler trotz Vorsprung den Viertelfinal nicht überstand. Nach einem Patzer wurde sie nach hinten durchgereicht und beendete den Lauf als Letzte.

Zum Snowboarden kam Alexandra Hasler eher zufällig. «Ich stand schon früh auf Skiern», erzählt sie. Die Kinder ihrer Gotte hingegen bevorzugten das Snowboard. «Sie waren meine Vorbilder – und Vorbildern will man nacheifern.»

So stand sie mit 7 Jahren erstmals auf dem Brett und übte fleissig. Mit 11 nahm sie an einem Sichtungstag des ber­nischen Nachwuchskaders teil. Heute dürfen sich die Talentspäher gegenseitig auf die Schultern klopfen. Sie haben das Potenzial von Alexandra Hasler erkannt.

Hasler ist ehrgeizig und steht zu diesem Charakterzug. «Ohne Ehrgeiz stünde ich nicht da, wo ich jetzt bin», sagt sie. Dem Erfolg ordnet sie fast alles unter, nur so sei der rasante Aufstieg möglich gewesen. Im Sommer trainierte sie nicht nur mit dem Schweizer Snowboardteam, sondern nahm auf eigene Faust an einem Trainingslager in Argentinien teil.

Auch die Arbeit mit einem Mentaltrainer gehört dazu. «Ich lerne, Rennstrecken zu visualisieren oder den Respekt vor grossen Sprüngen abzulegen», sagt die talentierte Fahrerin, die nicht nur Spitzensport betreibt, sondern an der Feusi auch das Gymnasium absolviert.

Das fehlende Brett

In Feldberg (De) erlebte Hasler einen praktischen Fall zum Thema Umgang mit Unvorherge­sehenem. Vor dem kleinen Final stand sie am Start, doch ihr Snowboard war noch nicht bereit. «Die Situation hat mich überfordert», erzählt Hasler. Als sie das Brett endlich an den Füssen hatte und losfuhr, machte sie prompt gleich nach dem Start einen Fahrfehler. «Ich habe an diesem Tag eine Menge gelernt. Passiert etwas Ähnliches, werde ich das nächste Mal cool bleiben», sagt sie lachend.

Der Traum von Olympia

Mit dem Saisonverlauf ist Alexandra Hasler sehr zufrieden. «Ich habe ein gutes Gefühl auf dem Brett, die Resultate stimmen: Was will ich mehr?» Die Athletin windet dabei ihrem Trainer ein Kränzchen: «Mario Fuchs hat mich super auf die Einsätze vorbereitet.» Es passiert nicht allzu oft, dass eine Fahrerin den Aufstieg vom Europacup in die erweiterte Weltspitze in einem einzigen Jahr schafft. Sollte sich die Bernerin weiter so entwickeln, werden die Olympischen Spiele 2018 zum Thema.

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