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Kommentar zum InnovationsparkPrivatjets weg, Forscher her

Wenn am Flugplatz Dübendorf einst Hunderte Arbeitsplätze entstehen sollen, muss die betroffene Bevölkerung einverstanden sein. Aber dafür muss man ihr etwas bieten.

Seit dreizehn Jahren eine Vision, aber keine Realität: Der Innovationspark Dübendorf.
Seit dreizehn Jahren eine Vision, aber keine Realität: Der Innovationspark Dübendorf.

André Ingold, Jean-Philippe Pinto und Marlis Dürst müssen sich diebisch freuen. Die drei Gemeindepräsidenten von Dübendorf, Volketswil und Wangen-Brüttisellen haben plötzlich ein Pfand in der Hand. In der Saga rund um den Innovationspark auf dem Flugplatz Dübendorf – ein Gelände von knapp 40 Hektaren, auf dem einst Hunderte Forscher arbeiten sollen – geht ohne sie kaum mehr etwas vorwärts.

Hintergrund ist ein Entscheid des Zürcher Verwaltungsgerichts. Die Richter schickten die kantonale Planung bachab und sagten, man hätte die Gemeinden einbeziehen müssen. Die Zürcher Regierung will nun diesen Entscheid zwar vom Bundesgericht überprüfen lassen, aber ob er gekippt wird, ist höchst ungewiss (lesen Sie hier unseren Bericht dazu).

Das heisst, dass wenig am Trio Ingold/Pinto/Dürst vorbeiführt. Nur: Die Gemeinden haben ihre eigene Agenda. Sie wollen keinen Privatjet-Flugplatz in Dübendorf. Einige Nostalgie-, Werk- oder Forschungsflüge pro Tag sind okay, aber bitte nicht täglich hundert Businessjets, lautet die Mehrheitsmeinung vor Ort.

Die Gemeinden können dieses Pfand nun einsetzen. Im Stil von: Ihr wollt, dass wir euch beim Innovationspark helfen? Sicher, aber dann müsst ihr, lieber Bund und lieber Kanton Zürich, uns beim Flugverkehr entgegenkommen.

Dieser Umstand allein verschlechtert die Ausgangslage für einen Businessjet-Betrieb in Dübendorf deutlich. Hinzu kommen offene Fragen bezüglich Anflugregime und Enteignungen von lokalen Anwohnern, deren Grundstücke tief überflogen werden. Und schliesslich steckt mit der Pandemie die ganze Luftfahrtbranche ohnehin in der Krise. Es wird Jahre dauern, bis sie sich davon wieder erholt hat.

Der Innovationspark ist inzwischen seit dreizehn Jahren in der Mache, und noch immer ist vor Ort wenig zu sehen – das Projekt ist derart komplex, dass es immer wieder neu blockiert und verzögert wurde. Immerhin: Die Zürcher Regierung will nun alle Beteiligten an einen Tisch bringen. An diesem Tisch böte sich die Gelegenheit, einen Deal zu schliessen, mit dem die wichtigsten Akteure wohl leben könnten: Businessjets weg, Forscher her.