Zum Hauptinhalt springen

Illegale Party in BernPolizei verhindert Umzug mit Wasserwerfer und Gummischrot

Als am Samstagabend hunderte Teilnehmer einer illegalen Party von der Kleinen Allmend in die Innenstadt ziehen wollten, schritt die Polizei ein – mit Gummischrot und Wasserwerfer.

Am Samstagabend versammelten sich mehrere hundert Jugendliche zu einer illegalen Party…
Am Samstagabend versammelten sich mehrere hundert Jugendliche zu einer illegalen Party…
Foto: Leserreporter
…auf der Kleinen Allmend in der Nähe des Stadions Wankdorf in Bern.
…auf der Kleinen Allmend in der Nähe des Stadions Wankdorf in Bern.
Foto: Leserreporter
Einsatzfahrzeuge richten kurz vor 1 Uhr ihre Scheinwerfer auf die verbliebene Gruppe von Partygängern auf der Kleinen Allmend.
Einsatzfahrzeuge richten kurz vor 1 Uhr ihre Scheinwerfer auf die verbliebene Gruppe von Partygängern auf der Kleinen Allmend.
Foto: Leserreporter
1 / 7

Auf der Kleinen Allmend in Bern haben in der Nacht auf Sonntag vorwiegend Jugendliche eine unbewilligte Strassenparty veranstaltet. Die Kleine Allmend liegt an der Stadtgrenze zu Ostermundigen, südlich der Autobahnausfahrt Bern Wankdorf. Mehrere hundert Personen feierten rund um ein Holzfeuer. Sie hörten gemäss einem Augenzeugen dumpfe, nicht allzu laute Musik. Die Polizei war mit mehreren Kastenwagen und mehreren Dutzend Polizisten im Einsatz.

Die Stimmung sei zunächst sehr entspannt gewesen, berichtete eine Leserreporterin. Die Menschen hätten friedlich zur Musik getanzt, nur wenige Teilnehmende seien vermummt gewesen. Einige hätten sich verkleidet, alle hätten Mund- und Nasenmasken getragen.

Pyros wurden gezündet, Strassenbarrikaden errichtet, Container abgefackelt: Die Polizei schritt mit Wasserwerfern und Gummischrot ein.
Quelle: Leserreporter/20 Minuten

Die Jugendlichen hätten sich um 21.45 Uhr bei der Kleinen Allmend eingefunden. Dann seien immer mehr Musikwagen dazugekommen. Nach 22.15 Uhr habe sich der Tross dann langsam Richtung Berner Innenstadt bewegt. Auf einzelnen Wagen seien Transparente mit politischen Botschaften zu sehen gewesen.

Während des Umzugs kippte die Stimmung

Die zunächst friedliche Stimmung kippte, als Partygänger die Polizei mit Steinen und Flaschen bewarfen, Barrikaden errichteten und diese anzündeten. Es sei zu grossen Sachbeschädigungen unter anderem an einem Gebäude gekommen. Dabei handelt es sich offenbar um die Tesla-Garage, die sich unweit der Kleinen Allmend an der Ecke Bolligenstrasse/Zentweg befindet.

Die Polizei setzte «nach mehrmaliger Abmahnung» zur Verhinderung des Umzugs Wasserwerfer, Gummischrot und Reizstoff ein, wie es in einem in der Nacht auf Sonntag verschickten Communiqué heisst.

Der Wasserwerfer wurde auch zum Löschen eines brennenden Containers und brennender Strassenbarrikaden eingesetzt. Die Polizei wurde dabei durch die Berufsfeuerwehr von Schutz und Rettung Bern unterstützt. Mehrere Strassen wurden während längerer Zeit gesperrt. Um 22.44 Uhr meldete Bernmobil, dass die Tramlinie 9 zwischen Bern Bahnhof und Bern Wankdorf unterbrochen sei.

Gegen Mitternacht waren die Jugendlichen wieder auf der Kleinen Allmend um ein Holzfeuer versammelt. Aus einer Musikanlage ertönte Musik. Die Polizei sperrte die Bolligenstrasse ab und postierte ihre Einsatzwagen rund um die Kleine Allmend. Sie beobachtete die Situation.

Nach Mitternacht kam es zu keinen Gewalttätigkeiten mehr. Etwa um 0.45 Uhr war der Knall von drei Petarden zu hören, welche die Jugendlichen in das Feuer warfen. Nach und nach verliessen erste Anwesende die Kleine Allmend. Gegen 1 Uhr zog eine Gruppe von mehreren Dutzend Jugendlichen mit der Musikanlage in Richtung Bahnhof Ostermundigen weg. Die Party auf der Kleinen Allmend war zu Ende.

Um 1 Uhr fährt der Wasserwerfer von der Kleinen Allmend weg.
Video: Leserreporter

Gemäss Polizei wurden insgesamt 44 Personen angehalten, kontrolliert und weggewiesen. Zudem wurden Fahrzeuge – unter anderem mit Musikanlagen – sichergestellt.

Brennender Container auch bei der Reitschule

In der gleichen Nacht kam es auch im Umfeld der Reitschule zu einem Zwischenfall und einem Polizeieinsatz. Um etwa 1.40 Uhr musste die Polizei wegen eines brennenden Containers auf der Schützenmattstrasse ausrücken. Dieser wurde schliesslich von der Feuerwehr gelöscht. Ob es sich bei den Randalierern auf der Schützenmatte um dieselben Personen handelt wie an der Party im Wankdorf, kann die Polizei nicht sagen.

Nachdem der Umzug in Richtung Innenstadt aufgelöst worden sei, hätten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in kleinen Gruppen entfernt. Zu sagen, es handle sich bei jenen Leuten, die auf der Schützenmatte einen Container anzündeten um Personen, die zuvor an der Party teilgenommen hätten, wäre Spekulation, so eine Polizei-Sprecherin.

chh/sny