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Christian Seiler kochtPolitisch unkorrektes Gemüse

Die Zubereitung von Wirsing und Spitzkohl ist auch eine Charakterübung. Wer sie besteht, wird mit einem unvergesslichen Duft belohnt.

Der Jahreszeit den Puls gefühlt: Gericht aus Wirsing und Pilzen.
Der Jahreszeit den Puls gefühlt: Gericht aus Wirsing und Pilzen.
Foto: Robin Kranz & Volker Hobl

Die Rezepte in dieser Kolumne sind eine Charakterübung. Man darf nicht vom Äusseren der verarbeiteten Lebensmittel auf ihr Inneres schliessen, denn das Äussere ist unansehnlich, krass, verbrannt. Das Innere hingegen wartet mit einem fast unglaublichen Reichtum an Geschmack auf, der eigentlich nur noch moderiert werden muss. Allerdings braucht es vorher den Mut, die Augen zu öffnen und dabei zuzusehen, wie sich ein wunderschöner Wirsing oder ein eleganter Spitzkohl hinter der Scheibe des Backofens in Kohle verwandeln.

Das erste Rezept kombiniert Wirsing und Pilze, fühlt der Jahreszeit also den Puls. Ich bringe einen grossen Wirsing vom Markt mit nach Hause, dann mache ich nur noch drei Handgriffe. Heize den Ofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze auf, schneide den Wirsing in der Mitte durch und lege die Wirsinghälften mit der Schnittfläche nach unten auf ein mit Backpapier bedecktes Backblech. Dann schiebe ich den Wirsing in den Ofen, stelle die Küchenuhr auf 60 Minuten und freue mich auf die bevorstehende Transformation, deren gutes Ende ich schliesslich schon kenne.

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