Zum Hauptinhalt springen

Schweizer Springreiter sind top

Die Schweizer Springreiter haben in Hongkong unter Flutlicht für eine tolle Late-Night-Show gesorgt und einen fantastischen ersten Umgang im Nationenpreis geritten.

Zusammen mit den USA führen Christina Liebherr, Pius Schwizer, Niklaus Schurtenberger und Steve Guerdat das Klassement mit 12 Punkten an. «Noch haben wir nichts gewonnen. Wir müssen ruhig bleiben und dürfen nicht abheben», war der Kommentar von Equipenchef Rolf Grass nach den konzentrierten Ritten seiner Schützlinge, die alle mit nur einem Fehler das Ziel in der mit 18 000 Zuschauern vollbesetzen Sandarena von Sha Tin erreichten. «Die starke Teamleistung zeigt, dass wir auf den Punkt hin in Hochform und fit sind. Nach diesem geglückten Auftakt im Nationenpreis bleiben wir bei unserer Strategie und ändern nichts.»

die Favoriten sind in Rücklage

Platz 3 mit 13 Punkten nimmt Schweden vor den gemeinsam auf Rang vier klassierten Briten und Kanadiern ein, die je 16 Zähler nach dem äusserst technisch und luftig gebauten Kurs über 13 Hindernisse und 16 Sprünge auf ihrem Konto haben. Etwas ins Hintertreffen geraten sind die Goldfavoriten aus Deutschland, die mit 20 Punkten zusammen mit Australien gerade noch in den zweiten Umgang rutschten, der zum Start heute in die zweite Nationenpreis-Runde berechtigt. Der taktische Poker der Deutschen mit den Bummelritten in der ersten Qualifikationsprüfung ist nicht aufgegangen.

Allerdings ist zu beachten, dass alle neun Finalisten innerhalb von zwei Springfehlern klassiert sind. Und wenn der Parcours des Kurssetzers Leopoldo Palacios aus Venezuela, wie angekündigt, noch diffiziler konstruiert wird, ist ein Klassementsumsturz möglich.

Konzentriert und nervenstark

Die Schweizer ritten in der zweiten und stärkeren Abteilung äusserst konzentriert und überzeugten mit mannschaftlicher Geschlossenheit. Jeder des Quartetts verzeichnete nur einen kleinen Fehler. Steve Guerdat tappte mit Jalisca Solier als Schlussreiter in den 420 cm breiten Wassergraben, der bei über 60 Prozent der 76 Reiter Fehler verursachte; nicht aber für Pius Schwizers Schimmel- Stute Nobless, die noch in Aachen vor Wasserhindernissen gestoppt hatte. Christina Liebherr wurde mit No Mercy der Einsprung in die delikate Dreierkombination gegen Parcoursende zum Verhängnis, Schwizer der mittlere Oxer des geschlossenen Hindernisses und Schurtenberger mit Cantus die Stationate beim Aussprung nach einer leichten Berührung.

«Mir ist ein guter Auftakt gelungen. Der Wassergraben brachte so viele Fehler, weil er früh im Parcours stand und die Pferde noch nicht im Rhythmus waren», sagte eine gut gelaunte und gesprächige Christina Liebherr, die nach der zweiten Qualifikationsprüfung im Einzelklassement zusammen mit Niklaus Schurtenberger Rang 8 einnimmt und ebenso wie Steve Guerdat (13.) auf Finalkurs eingebogen ist. «Schade, dass ich nicht ruhiger in die Dreierkombination einspringen konnte. No Mercy war zu sehr in Fahrt.» Die Hauptschwierigkeiten im ersten Nationenpreis-Umgang waren die Hindernisfolge vom Steilsprung mit enger Wende und wenig Anlauf auf den Wassergraben und das nachfolgende 160 cm hohe Tor nach einer Rechtswendung sowie die distanzmässig heikle Dreierkombination.

Erleichterter Schwizer

Pius Schwizer fiel nach seiner guten Runde ein Stein vom Herzen: «Ich bin nach den Selektionswirren schon etwas erleichtert. Nobless hat die Hindernisse mit Leichtigkeit übersprungen und ihre Qualitäten bewiesen.» Sogar etwas selbstkritisch zeigte sich der Berner Niklaus Schurtenberger: «Ich wollte fehlerlos ins Ziel komen, habe meinem Schimmel aber in der Kombination zu viel geholfen und ihn im Maul gestört. Deshalb beging Cantus den Fehler mit der Nachhand.» Mit dem gleichen Ehrgeiz, gesunder Selbstkritik, der gleichen Konzentration und der vorhandenen Klasse können die Schweizer heute eine Team-Medaille gewinnen, vielleicht sogar erstmals die goldene. Die USA bleiben Topfavoriten, obwohl Authentic der WM-Zweiten Beezie Madden vor der Dreierkombination refüsierte, und selbst Deutschland hat trotz erneuter Ernüchterung noch nichts verloren.

si/fal

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch