Zum Hauptinhalt springen

«Ich bin in der Form meines Lebens»

Obwohl er keine guten Erinnerungen an die Strecke von Peking hat, strotzt Triathlet Sven Riederer vor dem Olympia-Rennen vor Zuversicht.

Sven Riederer war Olympia-Dritter in Athen. Der 27-jährige Zürcher zählt auch im Triathlon vom Dienstag zu den Schweizer Medaillen-Hoffnungen - neben dem WM-Dritten Reto Hug sowie dem EM- Dritten Olivier Marceau, der allein in diesem Jahr rund 450 Stunden in Höhentrainingslagern auf 2000 Metern über Meer verbrachte.

Sven Riederer, in welcher Verfassung gehen Sie am Dienstag an den Start?

Ich kann sagen, dass ich mich in der Form meines Lebens befinde. Ich habe in den letzten zwei Monaten noch unglaublich viel herausgeholt an Motivation, Willen und der entsprechenden Umsetzung in Trainingsleistungen. Vorher hatte ich Selbstzweifel (Riederer wurde national wiederholt besiegt, ehe er mit Rang 3 bei der Olympia-Generalprobe in Kitzbühel vor einem Monat gerade noch rechtzeitig Selbstvertrauen tankte - Red.). Der Rückstand ist aber aufgeholt. Ich bin selbst überrascht, wie ich in den letzten zwei Monaten, weil ich Olympia im Bewusstsein hatte, mein Level nochmals deutlich steigern konnte. Es ist sicher auch ein kleiner Vorteil, dass ich bei Olympia schon sehr gut war.

Inwiefern hat Sie der in alter Stärke auftrumpfende Schweizer Teamkamerad Reto Hug intern angestachelt?

Konkurrenz ist immer gut, das ist klar. Ich weiss nicht, weshalb es so ist. Aber bei grossen Rennen, vor allem bei Olympia, mache ich einfach noch mehr Kräfte frei. Das spüre ich einfach.

Vor der WM 2006 in Lausanne sprachen Sie im Vorfeld auch von neuen Trainingsbestwerten und der Form Ihres Lebens, Sie mussten sich dann aber nach einem enttäuschenden Laufsplit mit Platz 12 begnügen.

Ich hätte sicher mehr drauf gehabt. Dort hatte ich die Abgebrühtheit und Lockerheit noch nicht. Ich setzte mich zu fest unter Druck, weil es eine Heim-WM war. Und dann hatte ich am Wettkampftag die simpelsten Sachen wie das Trinken total vergessen. Dies führte zu meinem Einbruch beim Laufen. Das sind die Gefahren, die bei grossen Rennen halt lauern.

Mit welchen Triathleten rechnen Sie im Kampf um die Medaillen?

Das wären zu viele, ich will sie nicht alle aufzählen. Ich will und kann mich vorher nicht gross auf die Konkurrenz konzentrieren. Ich werde ein hartes und aktives Rennen machen, von Anfang an.

Die Olympia-Strecke kennen Sie aus zwei Weltcup-Starts. Ich habe bislang noch kein grosses Glück gehabt. Das erste Mal trat ich nach einem Velo-Unfall von der WM her (Japan 2005 - Red.) hier an und gab nach dem Schwimmen auf. Letztes Jahr startete ich hier nach einem Zehenbruch von der WM in Hamburg und gab deshalb im Laufen auf. Damals verlor ich im Schwimmen meinen Ehering. Diese Wettkampfstrecke hat mir also noch kein Glück gebracht. Dieses Mal trete ich hier aber schmerzfrei an. Diese Gewissheit stärkt meine Zuversicht.

Magali Di Marco sagte, Sie sei wahrscheinchlich die einzige Mutter im Rennen. Sie sind im Gegensatz zum Gewinn der Bronzemedaille vor vier Jahren nun ihrerseits Vater (Sohn Noël ist 3-jährig - Red.)...

Bei den Männern hat es meines Wissens noch einige Väter im Rennen. Es gibt auf jeden Fall einen TV-Zuschauer mehr durch meinen Sohn Noël. Mein privater Alltag hat sich durch die Vaterschaft natürlich bereichert.

Bevorzugen Sie ein bestimmtes Klima oder Wetter am Wettkampftag? Ich bin für alles bereit, was kommen wird. Sei es nun Regen, Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit oder schlechte Luft. Denn die anderen werden auch leiden müssen.

si/cal

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch