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«Ich bin der erste Phelps, nicht der zweite Spitz»

Michael Phelps hat an den Olympischen Spielen in Peking mit acht gewonnenen Goldmedaillen das unmöglich Scheinende wahr gemacht. Der erfolgreichste Olympionike der Geschichte im Interview.

Michael Phelps, was sind Ihre Gefühle nach dem letzten Rennen?

Michael Phelps: «In Peking lief alles perfekt ab. Auch dank den Leistungen meiner grossartigen Teamkollegen habe ich meine Ziele erreicht. Die letzten zwei Monate von den amerikanischen Meisterschaften bis jetzt waren die besten meines Lebens. Ich hatte viel Spass.»

Würden Sie alles noch einmal genau gleich machen? Phelps «Ich habe auf einem Blatt Papier ganz viele Ziele notiert. Alles ist so geschehen, wie ich wollte. Einzig eine kleine Sache würde ich ändern, wenn ich könnte. Ich hätte über 200 m Delfin gerne eine bessere Zeit geschwommen. Die Probleme mit der Schwimmbrille haben das aber verhindert.»

Sie haben hier Grösseres geleistet als Mark Spitz vor 36 Jahren in München. Sind Ihre Leistungen und Rekorde für die Ewigkeit? Phelps: «Nein, ganz sicher nicht. Niemand ist unschlagbar. Rekorde sind da, um gebrochen zu werden. Das wird auch mit meinen Bestleistungen passieren. Ausserdem habe ich immer gesagt, dass ich der erste Phelps und nicht der zweite Spitz sein will. Ich bin der Meinung, dass auch die Leistung von Spitz immer als wunderbar gelten wird.»

Was nehmen Sie ausser den acht Goldmedaillen aus Peking mit? Phelps: «Viele schöne Erinnerungen und Emotionen, auch an zahlreiche Momente ausserhalb des Pools. Diskussionen, die wir geführt haben, wie wir Schwimmer zusammen gelacht und Spass gehabt haben. Es ist schön, Teil eines solch tollen Schwimmteams zu sein. Ich will versuchen, dies alles nie mehr zu vergessen.»

Wie wichtig ist Trainer Bob Bowman für Sie? Phelps: «Bob forderte mich auf, das Grösstmögliche zu träumen und er half mir dabei, diesen Traum zu erfüllen. Dass ich die Marke von Spitz übertreffen konnte, zeigt mir, dass Träume realisiert werden können. Und seien sie noch so gross. Alles ist möglich.»

Können Sie uns sagen, wie viele Male Sie in Peking auf Doping kontrolliert worden sind? Phelps: «Ich wurde in Peking in fast jeder Morgen- und Abendsession getestet. Schon zuvor in den Vorbereitungslagern in Singapur und in Kalifornien kamen die Kontrolleure regelmässig vorbei. Seit den US-Trials (Anfang Juli - Red.) absolvierte ich wohl an die 40 Tests.»

Wie lange bleiben Sie noch in Peking und wie sieht Ihr Programm danach aus? Phelps: «Ich habe noch ein paar Verpflichtungen und bleibe deshalb bis am 21. August hier. Danach kehre ich in die USA zurück und mache Ferien. Nichts tun, nur herumsitzen, mit Familie und Freunden rumhängen.»

Die Acht gilt in China als Glückszahl. Sie haben acht Goldmedaillen gewonnen. Ist das nun auch Ihre Glückszahl? Phelps: «Ja, schon. Vielleicht musste es einfach so kommen. Doch es geht keineswegs nur um Glück. Es musste einfach alles stimmen, damit alles so kam, wie es kommen musste.»

Sie beabsichtigen, bis zu den Olympischen Spielen 2012 in London weiterzumachen. Welches sind Ihre nächsten Ziele? Phelps: «Die Weltmeisterschaften nächstes Jahr. Meine Mutter will nach Rom und hat mir gesagt, ich solle schauen, dass ich es ins Team schaffe.»

Und längerfristig? Phelps: «Mein oberstes Ziel ist es, mit meinen Leistungen den Schwimmsport zu verändern und ihn in der Öffentlichkeit bekannter zu machen. Ich finde es toll, was letzte Woche in den USA abging. Das war schon viel mehr als 2004. Ich habe keine Angst, dass ich für die nächsten vier Jahre nicht Ziele finden würde.»

Eine etwas andere Frage zum Abschluss: Was wären Sie, wenn Sie nicht ein Schwimmer sein könnten? Phelps: «Ich, nicht Schwimmer? Absolut keine Ahnung. Mit anderen Sportarten ist es bei mir nicht so weit her. Am ehesten wäre ich wohl in der richtigen Welt mit einem ganz normalen Job.»

si/jr

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