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Die optimale Mischung von Cancellara

Mit der Bronzemedaille im olympischen Strassenrennen von Peking hat sich Fabian Cancellara einen ersten Traum erfüllt.

Ob aus dem 27-jährigen Berner ein guter Fussballer geworden wäre? Die Frage kann nicht schlüssig beantwortet werden. Nach ersten Versuchen wurde er von seinem Vater auf den Geschmack des Radsports gebracht. Das Talent wurde bald offensichtlich. Schon viele Athleten sind jedoch gescheitert, weil die Befähigung allein für anhaltende Spitzenergebnisse nicht ausreicht. Im Fall von Cancellara ergaben der Einfluss des aus Italien stammenden Vaters und der Schweizer Mutter eine optimale Mischung zwischen Lockerheit und Disziplin.

Genau zehn Jahre sind es her, dass Cancellara von der Anfänger- in die Junioren-Kategorie aufrückte und bereits im zweiten Saisonrennen siegte, obwohl er sich nicht in Form fühlte und die Gegner weit mehr Trainingskilometer in den Beinen hatten. Damals rückte der Junior aus Hinterkappelen in einen Zeitfahr-Kurs ein, obwohl er zuvor kaum einen Gedanken an diese Disziplin verschwendet hatte. Ein halbes Jahr später - und nach einem vielbeachteten Sieg im GP des Nations - war Cancellara Junioren-Weltmeister. Den Triumph bestätigte er ein Jahr danach mit eklatanter Überlegenheit.

Cancellara ging seinen Weg

Obwohl die Verantwortlichen von Mapei Cancellara gerne von Anfang an zu 100 Prozent verpflichtet hätten, schloss der junge Athlet eine Lehre als Elektromonteur ab. Bei Mapei wurde der Berner behutsam aufgebaut, konnte an der Seite der Stars Erfahrungen sammeln und wechselte nach der Auflösung des Rennstalls zum «eisernen General» Giancarlo Ferretti. Cancellara fühlte sich dort wohl, wogegen andere Fahrer unter dem diktatorischen Gehabe des sportlichen Leiters litten.

Noch in den Farben von Fassa Bortolo gewann Cancellara 2004 in Lüttich den Prolog der Tour de France. Er trug zwei Tage lang das Maillot jaune, womit ihm weltweite Publizität sicher war. Der Wechsel zu Bjarne Riis' Team CSC auf die Saison 2006 hin erwies sich für beide Seiten als segensreich. Cancellara triumphierte im Pavés-Klassiker Paris-Roubaix und wurde in Salzburg Zeitfahr-Weltmeister der Elite. Diesen Titel verteidigte er im vergangenen September in Stuttgart mit Erfolg.

Stets auf dem Boden geblieben

Die Heirat mit Stefanie im November 2007 und die Geburt der Tochter Claudia im gleichen Winter liessen in Cancellara den Familienmenschen hervortreten. Die Saisonvorbereitungen gerieten etwas zu kurz, so dass sich Siege erst ab Juni einstellten, im Juli in Erfolgen im Prolog und in der 3. Etappe der Tour de France sowie sieben Tagen im Maillot jaune gipfelten.

Im Kreise seiner Berufskollegen ist der Schweizer sehr beliebt. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass er all seiner Erfolge zum Trotz nie abgehoben hat. Cancellara ist stets auf dem Boden geblieben.

si/fal

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