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Russin sorgt für Steeple-Premiere

Auf der erstmals an Olympia ausgetragenen 3000-m-Steeple-Strecke siegte Gulnara Galkina-Samitowa (30) in der Weltrekordzeit von 8:58,81.

Die Russin ist als erste Frau unter der 9-Minuten-Marke geblieben und verbesserte ihre eigene Rekordzeit aus dem Jahr 2004 um fast 3 Sekunden. Silber holte die Afrikameisterin Eunice Jepkorir aus Kenia mit einem deutlichen Rückstand in 9:07,41 vor der russischen Weltmeisterin Jekaterina Wolkowa. 200 m vor dem Ziel stürzte die Spanierin Marta Dominguez, zweifache WM-Medaillengewinnerin, im Gerangel um einen Bronze-Positionsplatz. Die neue Olympiasiegerin Galkina-Samitowa hatte mit 9:08,21 auch die Jahres-Weltbestzeit gehalten.

Premiere für Jamaicas Sprinterinnen

Einen dreifachen Sieg, einen Sweep, feierten Jamaicas Sprinterinnen 24 Stunden nach dem Erfolg ihres Landsmanns Usain Bolt. Shelly-Ann Fraser (21) gewann in egalisierter Jahres- Weltbestzeit von 10,78. Jeweils Silber holten deutlich zurück in 10,98 die zeitgleichen Sherone Simpson und Kerron Stewart. Beste des starken, ebenfalls mit drei Läuferinnen im Final vertretenen US- Teams wurde Ex-Weltmeisterin Lauryn Williams in 11,04.

Wie bei den Männern ging zum ersten Mal das olympische 100-m-Gold bei den Frauen nach Jamaica - gleichzeitig war es der erste Dreifachsieg in der olympischen Leichtathletik bei den Frauen über 100 m. Stewart hatte geglaubt, es habe einen Fehlstart gegeben: «Ich wartete auf den Rückschuss, aber es geschah nichts.» Die Delegationsleitung der USA legte wegen des angeblichen Fehlstarts Protest ein. Der Einspruch wurde von der IAAF abgewiesen.

Fraser war begeistert

An den jamaikanischen Trials hatte Stewart in 10,80 vor Fraser in 10,85 dominiert. Weltmeisterin Veronica Campbell konnte sich dort als Vierte nicht für den olympischen 100-m-Lauf qualifizieren.

Fraser gilt als Shootingstar der Saison im Frauensprint. Ihre Bestzeit stand Ende 2007 auf 11,28. Jetzt ist sie genau eine halbe Sekunde schneller gelaufen - was den um Jamaica kreisenden Dopinggerüchten wohl neue Nahrung geben wird. Schon in den Halbfinals hatte Fraser (11,00) vor Stewart (11,05) Bestzeit notiert.

Bekele mit Leichtigkeit

Kenenisa Bekele holte wie vor vier Jahren in Athen Gold über 10 000 m. Der Äthiopier lancierte seinen Angriff erst zu Beginn der Schlussrunde und siegte in 27:01,17 Minuten überlegen. Hinter dem Weltrekordler lief sein Teamkollege Sileshi Sihine ins Ziel. Dieser musste Bekele, der die Schlussrunde in 53 Sekunden durcheilte, 200 m vor dem Ziel ziehen lassen. Haile Gebrselassie, Sieger 1996 und 2000 in Atlanta und Sydney und inzwischen Weltrekordmann im Marathon, kam nicht über den 6. Rang hinaus. Er verzichtet aus Gesundheitsgründen auf den Marathon. Der Kenianer Micah Kogo stiess als Dritter in die äthiopisch-eritreische Phalanx hinein.

Für Bekele, der seit 2003 über 10 000 m unbesiegt ist, war es die dritte Olympiamedaille nach Gold und Silber in Athen. 2004 vermasselte ihm Hicham El-Guerrouj (Mar) über 5000 m das Double; jetzt kann Bekele erneut Anlauf nehmen. Sihine bleibt der «Poulidor» der Bahnlangstrecken: Peking bescherte ihm zum 5. Mal Silber an Olympia oder WM - zu Gold hat es noch nie gereicht.

Mbango kam im Röcklein zurück und siegte

Drei Jahre lang war Dreisprung-Ass Françoise Mbango Etone (32) aus Kamerun praktisch von der Bildfläche verschwunden. Im April 2006 wurde sie Mutter eines Buben. 2008 kam sie zurück, sprang zum Afrika-Meistertitel, dann in Barcelona 14,95 - und hat jetzt in Peking ihre zweite olympische Goldmedaille nach Athen 2004 mit der Jahres-Weltbestweite von 15,39 gewonnen. Wie früher flog sie im flatternden roten Röcklein in die Sandgrube.

Der gleichaltrigen Russin Tatjana Lebedewa fehlten am Ende 7 Zentimeter, um die olympische Dreisprung-Medaillensammlung zu komplettieren; jetzt hat es zum zweiten Mal Silber gegeben. Im Weitsprung besitzt die Russin seit Athen Gold. Bronze gewann die ebenfalls 32 Jahre alte Griechin Hrysopiyi Devetzi mit 15,23; sie war 2004 Dritte. Mitfavoritin Yargelis Savigne (Kuba) landete mit 15,05 im 5. Rang.

Hammer: Tichon von Kronprinzen gestürzt

Die «ewigen Zweiten» haben zurückgeschlagen: Überraschend besiegt im Kampf der starken Männer mit dem Hammer wurde der Dominator der letzten vier Jahre. Der Weissrusse Iwan Tichon (32, 110 kg), dreifacher Weltmeister und Europameister, Jahres- Weltbester 2008 mit 84,51, holte mit 81,51 nur Bronze. Tichon klagte über «technische Probleme». Der Sieg ging an Primoz Kozmus (29, 106 kg), den WM-Zweiten 2007 in Osaka hinter Tichon, mit persönlicher Saisonbestweite von 82,02. Es war die erste Leichtathletik-Goldmedaille für Slowenien in der olympischen Geschichte.

Silber holte ein weiterer Vertreter der starken weissrussischen Werferschule, Wadim Dewjatowski (31, 120 kg), WM-Zweiter 2005 hinter Tichon, mit 81,61. Asiens grosse Hoffnung Koji Murofushi, der japanische Olympiasieger 2004, musste sich mit 80,71 und Rang 5 begnügen.

Nicht alles läuft rund für das US-Team: Neben Tyson Gay am Samstag über 100 m schied mit dem Doppel-Weltmeister Bernard Lagat über 1500 m (in den Vorläufen) ein weiterer Amerikaner vorzeitig aus.

si/fal

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