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Streit um SchutzmaskePatrick Frey von Corona-Skeptiker Rob Spence attackiert

Im Streit um das Tragen von Schutzmasken gerieten sich die Kabarettisten Patrick Frey und Rob Spence in die Haare. Frey reicht eine Strafanzeige ein.

Autor, Kabarettist und Verleger Patrick Frey: Unangenehme Begegnung mit Comedian Rob Spence.
Autor, Kabarettist und Verleger Patrick Frey: Unangenehme Begegnung mit Comedian Rob Spence.
Foto: Karl-Heinz Hug (Keystone/Archiv)

Am Donnerstagnachmittag spielte sich beim Bühneneingang des Casinotheaters Winterthur eine gewaltsame Szene ab: Der Zürcher Komiker Patrick Frey wurde nach eigenen Angaben von seinem Berufskollegen Rob Spence «körperlich und psychisch massiv bedroht».

Wie Frey dem «Blick» erzählt, sei er mit einem Techniker beim Eingang gestanden. Da sei ihnen zufälligerweise Spence entgegengekommen. Frey habe ihn freundlich gegrüsst und dabei seine Schutzmaske ausgezogen. Spence reagierte aber schroff: Er sagte zu Frey, er könne das sein lassen, da er ja zu den Menschen gehöre, die sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus fürchteten.

Den Anwalt eingeschaltet

Frey wies seinen Kollegen darauf hin, dass das Tragen von Schutzmasken im Theater pflichtig sei. Da eskalierte die Situation: Spence kam auf einen früheren Artikel im «Blick» zu sprechen, in dem Frey ihn – zusammen mit Marco Rima (59) und Andreas Thiel (49) – als «Macho-Komiker» bezeichnet hatte. «Warum bezeichnest du mich als Macho?», soll Spence im aggressiven Ton gefragt haben.

Laut Frey schlug Spence in dem Moment die Tür des Raums mit Kraft zu und stellte sich zwei Zentimeter vor Freys Gesicht. «Du schreibst nie wieder so etwas über mich. Ich habe Freunde, okay. Ich habe Freunde. Ich werde dich sonst …», sagte Spence, während er mit der Hand die Geste des Halsabschneidens machte. «Ich fürchtete um mein Leben», sagt Frey zur Zürcher Zeitung. «Ich zitterte am ganzen Körper, ich bekam Herzrhythmusstörungen, die ich seit Jahren nicht mehr hatte, und musste mich übergeben.» Die Sache wird der Zürcher Komiker nicht einfach so auf sich beruhen lassen sein: Er schaltete bereits seinen Anwalt ein und will Strafanzeige einreichen. Der Techniker werde als Zeuge aussagen.

Spence forderte von Frey eine Entschuldigung

Am frühen Freitagmorgen äusserte sich Spence auf Facebook zu den Vorwürfen: «Patrick Frey stellt mich in die Ecke der Rechtspolitiker und wirft mir vor, als Corona-Gegner dieselbe Rhetorik wie die Nazis zu benutzen. Diese Aussagen sind äusserst beleidigend, ehrverletzend, rufschädigend und schlicht falsch. Ich selbst bin jüdischer Abstammung und stehe ein für Toleranz, Meinungsfreiheit und Solidarität», schreibt er.

Die Begegnung mit Frey in Winterthur leugnet Spence nicht: «Ich habe Patrick zur Rede gestellt und ihn gefragt, wieso er diese Behauptungen, die völlig aus der Luft gegriffen sind, in die Welt setzt, ohne mich oder mein Management darauf anzusprechen. Diese verbale Auseinandersetzung war emotional, weil sich Patrick für seine falschen und ehrverletzenden Äusserungen bei mir nicht entschuldigen wollte. Das war das einzige, was ich mir von ihm gewünscht hätte.»

Spence gibt an, Frey weder bedroht noch tätlich angegriffen zu haben. «Ich wollte ihm deutlich zu verstehen geben, dass seine Äusserungen in der Presse meiner Karriere schadet. Und ich kenne Leute, dessen Karrieren durch solche Aussagen getötet wurden. Ich habe dieses Gespräch teils auch in meiner englischen Muttersprache geführt und ich bedauere, dass mich Patrick falsch verstanden hat. (…) Es war nie meine Absicht, ihm Angst einzujagen.»

red