Zum Hauptinhalt springen

Opposition gegen Putin«Papa, warum leben wir auf dieser autoritären Müllkippe?»

Rauchende Nonnen: verboten. Schwule Paare: verboten. Protest: verboten. Warum Russlands Jugend genug hat von Wladimir Putin. Diskussion in einem Moskauer Café.

In Sankt Petersburg bilden Russinnen am Valentinstag eine Menschenkette, um ihre Unterstützung für politische Gefangene zu bekunden.
In Sankt Petersburg bilden Russinnen am Valentinstag eine Menschenkette, um ihre Unterstützung für politische Gefangene zu bekunden.
Foto: Dimitar Dilkoff (Getty Images)

Die Kellnerinnen schieben vier Tische zusammen, rücken die Vasen zurecht. Die jungen Leute schauen fast schüchtern zu, bevor sie sich auf die schweren Sessel setzen. Es fühlt sich seltsam an, in einem Moskauer Café über Politik zu diskutieren. Sie machen das sonst nur zu Hause mit Freunden, oder bei Protesten. Wenn überhaupt.

Noch kennt hier nicht jeder jeden, aber einig sind sie sich alle. «Putin ist eine Schande», sagen sie später am Abend, «Putin hat unsere Generation verloren.» Ist doch egal, wenn die Frauen am Nachbartisch gucken.

Sie sind zu siebt, manche haben Oppositionellen im Wahlkampf geholfen und sich so kennengelernt. Andere begleiten einfach einen Unifreund ins Café Moloko, um über Putin und Russland zu sprechen. Sie sind kein Querschnitt der Jugend. Aber gerade entdecken sie ein neues Gefühl: Sie sind keine Aussenseiter, nicht mal in der Minderheit. Egal, was die Umfragen sagen.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.