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Zwölfjähriger tötete seinen Neonazi-Vater

In den USA steht ein Zwölfjähriger vor Gericht, der seinen Vater im Schlaf erschossen hatte. Für den Staatsanwalt ist der Täter ein normaler Mörder, die Verteidigung macht das Klima von Gewalt und Rassismus geltend.

Wurde von seinem Sohn erschossen: Neonazi-Anführer Jeff Hall, hier mit Fahne in der Nähe seines Hauses in Riverside, Kalifornien. (22. Oktober 2010)
Wurde von seinem Sohn erschossen: Neonazi-Anführer Jeff Hall, hier mit Fahne in der Nähe seines Hauses in Riverside, Kalifornien. (22. Oktober 2010)
Keystone

Ein Zwölfjähriger muss sich in den USA als mutmasslicher Mörder seines Vaters Jeff Hall, eines bekannten Neonazi-Anführers, verantworten. Als er zehn war, soll der Knabe den schlafenden Jeffrey Hall mit dessen Revolver erschossen haben, wie US-Medien am Mittwoch berichteten.

Das Gericht im kalifornischen Riverside wird unter anderem klären müssen, ob das von Gewalt und Hass geprägte Umfeld des Kindes zu der Tat beigetragen hat, wie die Zeitung «Los Angeles Times» schrieb. Im Falle einer Verurteilung drohe dem Kind bis zum 23. Lebensjahr Jugendhaft.

Regelmässig geschlagen

Der an einer Lernschwäche leidende Knabe sei von seinem Vater regelmässig geschlagen worden, erklärte die Verteidigung zum Auftakt des Prozesses. In dem Haus hätten immer wieder Neonazi-Treffen stattgefunden. Ausserdem habe er Zugang zu Waffen gehabt. All dies habe den Sinn des Kindes für Recht und Unrecht vernebelt.

«Was macht jemand, der ein Ungeheuer oder einen Mörder erschaffen möchte? Er steckt ihn in ein Haus, wo es Gewalt, Kindesmissbrauch und Rassismus gibt», sagte Verteidiger Matthew Hardy.

Nicht länger ausgehalten

Ankläger Michael Soccio erklärte dagegen: «Der Junge unterscheidet sich nicht von anderen Mördern.» Nach seinen Worten hätte er den Vater auch erschossen, wenn dieser Mitglied einer Friedens- und Freiheitspartei gewesen wäre.

Der Staatsanwalt ist überzeugt, dass der Zehnjährige die Tat beging, weil sein Vater sich von seiner Partnerin trennen wollte und das alleinige Sorgerecht haben wollte. Der Verteidiger warf der Frau vor, das Kind zu dem Mord angestiftet zu haben.

In einer dem Gericht vorgespielten Videoaussage erklärte der Knabe, er habe es nicht länger ausgehalten, dass sein Vater ihn und die Geschwister geschlagen habe. Ausserdem habe der Mann gedroht, das Haus mit den Kindern darin in Brand zu stecken. «Ich beschloss, es zu beenden», sagte er der Polizei.

SDA/rub

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