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«Er hatte nur eines im Sinn: Massenmord»

Der Staatsanwalt richtet sein Wort im Prozess gegen James Holmes rund zwei Stunden an die Geschworenen: Holmes habe den «Massenmord» akribisch geplant.

Amoklauf «akribisch» geplant: James Holmes wird beschuldigt, zwölf Menschen während einer Filmpremiere getötet zu haben. (23. Juli 2012)
Amoklauf «akribisch» geplant: James Holmes wird beschuldigt, zwölf Menschen während einer Filmpremiere getötet zu haben. (23. Juli 2012)
RJ Sangosti, Keystone

Knapp drei Jahre nach dem Amoklauf bei einer «Batman»-Premiere im US-Bundesstaat Colorado haben am Dienstag die Schlussplädoyers im Prozess gegen den mutmasslichen Todesschützen James Holmes begonnen. Holmes habe seine Tat «akribisch» geplant, sagte Staatsanwalt George Brauchler. Sein rund zweistündiges Plädoyer eröffnete der Staatsanwalt mit einer szenischen Schilderung des Tatabends.

«Am Montag vor drei Jahren (...) gingen 400 Menschen aus dieser Gemeinde ins Kino. Sie kamen fröhlich, sie kamen in der Hoffnung auf Unterhaltung», sagte Brauchler. «Sie kamen in der Hoffnung, die Geschichte eines schwarz gewandeten Helden zu sehen, jemanden, der unüberwindliche Widrigkeiten im Namen der Gerechtigkeit bekämpfen und versuchen würde, andere zu beschützen.» Stattdessen sei ein anderer ganz schwarz Gekleideter erschienen. Und der habe nur eines im Sinn gehabt: «Massenmord», sagte der Ankläger.

«Hätte alle Zuschauer töten können»

Holmes wird beschuldigt, am 20. Juli 2012 in dem Vorort Aurora bei der Premiere des Films «Batman - The Dark Knight Rises» wahllos ins Kinopublikum gefeuert zu haben. Zwölf Menschen wurden getötet und 70 weitere wurden verletzt. Holmes muss sich in 166 Punkten wegen Mordes, Mordversuchs und Sprengstoffbesitzes verantworten.

Laut Anklage hatte sich der Student der Neurowissenschaften ein Waffenarsenal zugelegt, mit dem er alle rund 400 Zuschauer in dem Kino hätte töten können - darunter eine Pistole, ein halbautomatisches Gewehr und eine Schrotflinte. Bevor er schoss, vernebelte er den Saal mit Rauchbomben. Seine Wohnung hatte er mit Sprengfallen versehen, die von den Ermittlern vor ihrem Zutritt erst entschärft werden mussten.

Schizophrenie in der Familie

Der Prozess musste wiederholt verschoben werden, weil Holmes zweimal psychologisch untersucht wurde. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht die Frage, ob Holmes zur Tatzeit zurechnungsfähig war. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, die genaue Vorbereitung der Tat zeige, dass der 27-Jährige zurechnungsfähig gewesen sei. Die Verteidigung bestreitet dies und plädiert auf nicht schuldig. Demnach gab es in den Familien seiner Eltern Fälle von Schizophrenie. Bei einer Verurteilung droht Holmes die Todesstrafe.

AFP/hae

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