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Zeugin spricht von Todesdrohung gegen Brunner

Einer der S-Bahn-Schläger hat Dominik Brunner nach Aussage einer Zeugin mit dem Tode bedroht. Ein anderer Zeuge sah Brunner eher als Angreifer.

Ihm tue der Tod des Mannes «unendlich leid»: Geständiger Angeklagter S. (r.) mit Mitangeklagtem L..
Ihm tue der Tod des Mannes «unendlich leid»: Geständiger Angeklagter S. (r.) mit Mitangeklagtem L..
Keystone

Der damals 18-jährige Markus S. habe zweimal gerufen: «Ich bring' dich um!», während er auf Brunner eingetreten und geschlagen habe, sagte die 16-jährige Schülerin, die das Ganze vom Bahnsteig gegenüber verfolgt hatte, am Dienstag vor dem Landgericht München. Ein Zugführer sagte dagegen aus, Brunner habe zuerst zugeschlagen und auf ihn wie der Angreifer gewirkt. Brunner sei mit vier Schülern aus der S-Bahn gestiegen und habe laut gesagt: «Jetzt gibt's hier hinten Ärger», sagte der Lokführer.

Aus seiner Sicht habe sich aber überhaupt nichts angebahnt, erklärte er weiter. Die beiden jungen Männer seien im Gegensatz zu den meisten anderen Fahrgästen hinter Brunner und den Jugendlichen auf einen Treppenaufgang zugegangen, aber «nicht auf Herrn Brunner zu, eher daneben vorbei». Brunner habe seine Tasche ans Geländer gestellt. Als die Jugendlichen in seiner Nähe gewesen seien, «ging Brunner rasch zwei Schritte auf sie zu und hat mit der Faust ausgeholt», sagte der Zeuge. «Getroffen hat er sehr gut»: Einem der beiden damals 17- und 18-Jährigen sei etwas aus dem Mund geflogen. «Brunner – für mich als Angreifer – sagte dann: 'Das klären wir jetzt mit der Polizei.'». Darauf habe er selbst die Sache für erledigt gehalten und sei weitergefahren, sagte der Lokführer.

Auf den Mann am Boden «eingestampft»

Mehrere Zeugen schilderten, dass die Angeklagten anschliessend unter wüsten Beschimpfungen brutal auf den 50-jährigen Brunner eingeschlagen hätten. Einer habe auf den am Boden liegenden Mann «eingestampft», sagte ein 17-jähriger Zeuge. Der andere Angeklagte habe die Schüler neben Brunner in Schach gehalten. Als die Schläger weggegangen seien, sei er über die Gleise gegangen und habe geschaut, ob der Mann am Boden noch lebt. «Blut überall, er war ganz weiss», sagte der 17-Jährige.

Hasserfüller Abgang «in Siegerpose»

Ein 59-jähriger Zeuge sagte, Markus S. sei «in Siegerpose» mit geballter Faust weggegangen. Sein Gesicht sei hasserfüllt gewesen. Der andere, Sebastian L., habe ihn mit sich gezogen. Ein 18-jähriger Schüler sagte, einer der beiden habe «laut und aggressiv 'Bastard' gerufen» und geschlagen. Einer der Schüler neben Brunner habe geweint. Eine 17-jährige Schülerin sagte, beide Angeklagte hätten auf Brunner eingetreten und eingeschlagen, als er schon am Boden gelegen habe. Dabei hätten sie «Motherfucker» und andere Schimpfwörter gerufen.

Die Staatsanwaltschaft hat Markus S. und Sebastian L. des Mordes angeklagt. Sie sollen Brunner aus Rache geprügelt und seinen Tod in Kauf genommen haben, weil er sich schützend vor vier Schülern gestellt hatte. Die Verteidiger erklärten die Anklage für überholt, weil Brunner zuerst geschlagen und wegen einer Erkrankung an Herzversagen gestorben sei. Die Urteilsverkündung ist bislang für 29. Juli geplant.

dapd/raa

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