Zahl der Toten nach Tsunami steigt auf über 1230

Nach dem Erdbeben und Tsunami in Indonesien ist die Zahl der Todesopfer erneut gestiegen. Die Behörden befürchten noch Schlimmeres.

Luftaufnahmen zeigen wie weit der Tsunami ins Landesinnere gedrungen ist.

Nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe auf der indonesischen Insel Sulawesi ist die Zahl der Toten auf mehr als 1230 gestiegen. Die Katastrophenschutzbehörde teilte am Dienstag mit, es gebe mindestens 1234 Todesopfer.

Auf Sulawesi hatten am Freitag ein Erdbeben und ein folgender Tsunami verheerende Verwüstungen angerichtet, zuletzt war von mindestens 844 Todesopfern die Rede gewesen.

Luftbilder zeigen das Ausmass der Zerstörung

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Eine Sprecherin des indonesischen Roten Kreuzes sagte: «Das Schlimmste ist, anderthalb Stunden durch den Schlamm zu waten und Leichen zu tragen.» In der besonders betroffenen 350'000-Einwohner-Stadt Palu hat man inzwischen damit begonnen, Massengräber auszuheben.

Befürchtet wird, dass die Zahl der Todesopfer in die Tausende geht. Vermutlich wird es aber noch Tage dauern, bis das Ausmass der Katastrophe einigermassen klar ist.

Mann aus Trümmern gerettet

Die positiven Nachrichten sind selten, aber es gibt auch solche: Drei Tage nach dem Tsunami auf der indonesischen Insel Sulawesi haben Helfer in der Stadt Palu einen Überlebenden aus den Trümmern eines eingestürzten Hauses gezogen. Der Mann namens Sapri Nusin wurde am Montagabend aus der Ruine eines Regierungsgebäudes gerettet, wo er seit Freitagabend verschüttet war.

Überlebender nach drei Tagen gerettet. (Video: Twitter/TVRI Siaran Nasional)

Die Behörden veröffentlichten am Dienstag ein Video, das die Rettung zeigt. Darauf ist zu sehen, wie Nusin von einem Helfer gefragt wird: «Kannst Du gehen?» Die Antwort: «Ja, aber ich bin sehr durstig.» Anschliessend wurde er zu einem Krankenwagen gebracht.

Viele Opfer sind derweil noch unter Trümmern und im Schlamm begraben.

Weiteres Beben

Wenige Tage nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe ist Indonesien von einem erneuten Beben erschüttert worden. Dieses traf mit einer Stärke von 6,3 die Insel Sumba, wie die Geophysik-Behörde des südostasiatischen Landes mitteilte.

Ein weiteres Erdbeben erschüttert indonesische Insel: In der Nacht hat ein Beben der Stärke 6,3 die Insel Sumba getroffen. (Storyful/AP)

Die US-Erdbebenwarte USGS hatte zuvor eine Stärke von 5,9 gemeldet. Das Zentrum lag demnach in einer Tiefe von etwa zehn Kilometern rund 66 Kilometer südwestlich der Insel im Meer. Berichte über Schäden und mögliche Opfer gab es zunächst nicht. Der Erdstoss ereignete sich um 7.16 Uhr Ortszeit (2.16 Uhr Schweizer Zeit).

34 Tote Bibelschüler entdeckt

Am Dienstag wurde bekannt, dass in einer zerstörten Kirche 34 tote Bibelschüler entdeckt worden sind. 52 weitere Bibelschüler würden noch vermisst, sagte eine Sprecherin des indonesischen Roten Kreuzes am Dienstag. Demnach war die Kirche im Bezirk Sigi Biromaru auf der Insel Sulawesi nach dem Erdbeben von einer Schlammlawine verschüttet worden.

Inzwischen herrscht auf der Insel Chaos. Den Einsatzkräften fehlt es an Material. Die Überlebenden klagen über fehlende Lebensmittel und Treibstoff. Der südostasiatische Inselstaat mit insgesamt etwa 260 Millionen Einwohnern hat um internationale Hilfe gebeten.

Erdbeben und Tsunami in Indonesien

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Martina Djera, Vorsitzende des Amts für Katastrophenschutz im Bezirk Ost Sumba, sagte der Nachrichtenagentur DPA, das jüngste Beben habe einige Risse an Hauswänden verursacht. Das Beben habe sich stark angefühlt. «Einwohner flohen in Panik aus ihren Häusern. Schulkinder weinten vor Angst.»

Serie von Erdbeben

Die Insel Sumba liegt mehrere hundert Kilometer südlich von Sulawesi. In diesem Sommer hatte es bereits auf der indonesischen Insel Lombok eine Serie von schweren Erdbeben gegeben. Dabei kamen mehr als 500 Menschen ums Leben. Die Erschütterungen waren damals auch auf der Nachbarinsel Bali zu spüren.

Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Für die Einwohner sind Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche keine neue Erfahrung. Beim Mega-Tsunami an Weihnachten 2004 starben dort mehr als 160'000 Menschen, so viele wie in keinem anderen Land der Region. Insgesamt kamen damals in den östlichen Anrainerstaaten des Indischen Ozeans etwa 230'000 Menschen ums Leben.

chk/anf/sda

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