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Wurm gräbt Toggenburger Bauern den Boden ab

2011 ist das Jahr des Regenwurms. Den Bauern im oberen Toggenburg ist allerdings nicht danach zumute, den Wurm zu verherrlichen.

Pro Natura hat 2011 zum Jahr des Regenwurms erklärt. Die Schweiz erweist dem unscheinbaren Kämpfer im Untergrund damit endlich die Ehre, die ihm gebührt. Seine arg unterschätzte Leistung besteht ja darin, dass er seit Jahrtausenden fern allen Rampenlichts unermüdlich den Boden lockert und Humus erzeugt – ein selbstloser Helfer aller Landwirte und Gärtner.

Den Bauern im oberen Toggenburg ist allerdings nicht danach zumute, den Wurm zu verherrlichen. Sie schlagen sich nämlich mit einer besonderen Gattung herum, die ihnen vorkommen muss wie eine biblische Plage. Von den 3000 Wurmsorten der Erde und den 40 davon, die in der Schweiz heimisch sind, hat sich ausgerechnet der Schwarzkopfregenwurm bei ihnen breitgemacht, und der hat es dick im Gedärm. Er frisst sich mit unglaublicher Inbrunst durchs Erdreich und hinterlässt dabei an der Oberfläche so viele Häufchen, dass sich die Hänge zwischen Churfirsten und Säntis in Sümpfe verwandeln. Im glitschigen Morast kommen dann, besonders bei der Schneeschmelze im Frühling und im modrigen Herbst, weder Mähmaschinen noch Kühe voran, und diesen mundet das zentimeterhoch verdreckte Gras ohnehin nicht mehr. Die Wiesen und Weiden sind für die Landwirte praktisch verloren.

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