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«Wir sind auch hier, um Abschied zu nehmen»

Hinterbliebene der Germanwings-Katastrophe haben in den französischen Alpen um die Opfer getrauert. Die Stimmung ist sehr bedrückt gewesen.

Memorial: Eine Gedenkstätte ist für die Opfer der Germanwings-Katastrophe vom 24. März 2015 in Le Vernet errichtet worden. (24. Juli 2015)
Memorial: Eine Gedenkstätte ist für die Opfer der Germanwings-Katastrophe vom 24. März 2015 in Le Vernet errichtet worden. (24. Juli 2015)
Boris Horvat, AFP
150 Menschen haben damals ihr Leben verloren. (24. Juli 2015)
150 Menschen haben damals ihr Leben verloren. (24. Juli 2015)
Boris Horvat, AFP
Die Trauerfeier hat in der Nähe des Unfalls stattgefunden. Ballone werden in die Luft gelassen. (24. Juli 2015)
Die Trauerfeier hat in der Nähe des Unfalls stattgefunden. Ballone werden in die Luft gelassen. (24. Juli 2015)
Boris Horvat, AFP
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Bei der Trauerfeier um die Opfer des schweren Flugzeugunglücks vom vergangenen 24. März im französischen Le Vernet war die Betroffenheit unter den Anwesenden sehr gross. «Wir sind auch hier, um Abschied zu nehmen», sagte der protestantische Pfarrer Olivier Raoul-Duval am Freitag in der Nähe der Absturzstelle. Auf dem Friedhof des Ortes wurden die sterblichen Überreste beigesetzt, die sich nicht mehr einzelnen Opfern zuordnen liessen.

«Die Stimmung ist sehr bedrückt», sagte Luftfahrtanwalt Christof Wellens, der 34 Opferfamilien vertritt. Für die Familien sei es eine sehr schwierige Situation, zu realisieren, dass die sterblichen Überreste ihrer Angehörigen nicht vollständig in die Heimat überführt werden konnten.

Bischof, Pfarrer, Rabbi und Imam anwesend

Ein katholischer Bischof, ein evangelischer Pfarrer, ein jüdischer Rabbi und ein muslimischer Imam leiteten die Zeremonie an der nach dem Absturz aufgestellten Gedenkstele gemeinsam. «In diesen Momenten zeigt sich die Zerbrechlichkeit des Lebens», sagte der Imam. Anschliessend besuchten die Angehörigen die Gruft, in der die anonymen Überreste der Opfer beigesetzt worden waren. Das Grab stand offen, so dass die Familien Blumen niederlegen konnten.

Die französische Gendarmerie hatte die sterblichen Überreste vom Absturzort geborgen und dann mit Hilfe von DNA-Analysen alle 150 Toten identifiziert. Allerdings liess sich ein Teil der Fundstücke nicht zuordnen, deshalb entschied man sich für die anonyme Beisetzung in Le Vernet.

Nach Angaben der Germanwings-Mutter Lufthansa kamen mehr als 300 Hinterbliebene zu der Zeremonie, viele davon reisten mit zwei Sonderflügen aus Barcelona und Düsseldorf an. «Das ist ein sehr starker symbolischer Moment», sagte Präfektin Patricia Willaert.

Lufthansa-Chef nicht anwesend

Lufthansa-Chef Carsten Spohr nahm wegen des Streits um das Schmerzensgeld und nach Kritik von Angehörigen an seinem eigenen Verhalten nicht an der Gedenkfeier teil. Er habe sich aufgrund der angespannten Atmosphäre in den vergangenen Tagen «so entschieden, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Er möchte durch diese Diskussion die würdevolle Zeremonie nicht belasten. Germanwings-Geschäftsführer Thomas Winkelmann und Lufthansa-Finanzvorstand Simone Menne vertraten das Unternehmen, äusserten sich auf der Feier aber nicht. Anwalt Wellens forderte das Unternehmen erneut auf, eine schnelle und grosszügige Lösung zu finden.

Der Germanwings-Flug 4U9525 war am 24. März auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf an einem Berg zerschellt. Die Ermittler halten es für erwiesen, dass der Co-Pilot die Maschine absichtlich auf Crashkurs steuerte. Alle 150 Menschen an Bord starben.

SDA/fal

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