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Wind dreht blitzartig – ganzes Feuerwehr-Team getötet

19 Feuerwehrmänner sterben bei der Bekämpfung eines Buschbrandes. Für die Feuerwehr im US-Bundesstaat Arizona ist es die schlimmste Katastrophe der letzten 80 Jahre.

Das Buschfeuer ist teilweise unter Kontrolle: Ein ausgebranntes Auto steht vor den Trümmern eines Hauses. (3. Juli 2013)
Das Buschfeuer ist teilweise unter Kontrolle: Ein ausgebranntes Auto steht vor den Trümmern eines Hauses. (3. Juli 2013)
Reuters
Mitglieder der Hotshot-Feuerwehrleute trauern um ihre Kameraden. (1. Juli 2013)
Mitglieder der Hotshot-Feuerwehrleute trauern um ihre Kameraden. (1. Juli 2013)
Reuters
Im Death Valley wurden am Wochenende 52 Grad Celsius gemessen. Der 100 Jahre alte Temperaturrekord liegt bei 56 Grad Celsius. (30. Juni 2013)
Im Death Valley wurden am Wochenende 52 Grad Celsius gemessen. Der 100 Jahre alte Temperaturrekord liegt bei 56 Grad Celsius. (30. Juni 2013)
Keystone
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Mindestens 19 Feuerwehrleute sind gestern im Kampf gegen Buschbrände im US-Bundesstaat Arizona ums Leben gekommen. Sie seien am späten Nachmittag bei dem Versuch umgekommen, die Brände auf der Anhöhe von Yarnell einzudämmen, sagte ein Polizeisprecher.

Laut bisherigen Erkenntnissen wurden die Männer überrascht, als der Wind plötzlich drehte. 18 der Todesopfer gehörten der Feuerwehrgruppe «Prescott Granite Mountain Hotshot» an. Das 19. Opfer gehörte zu einer anderen Gruppe.

Im Gefolge eines heftigen Gewitters, das über die nördlich gelegene Stadt Prescott zog, bliesen starke Winde über Yarnell, berichtet der Sender «AZ Central». Demnach breitete sich das Feuer dann rasend schnell aus. Zahlreiche Einwohner mussten überstürzt fliehen.

Schutzvorkehrung wirkungslos

Wie sich das Unglück der Feuerwehrleute genau abspielte, ist noch nicht bekannt. Für jeden stand ein Notunterschlupf bereit, eine zeltartige Struktur, die in solchen Situationen schützen sollte. Einige der Feuerwehrleute suchten dort vergeblich Schutz. Sie wurden tot in den Vorrichtungen gefunden, andere fand man ausserhalb.

Als der Kommandant der Feuerwehr von Prescott, Dan Fraijo, den Tod seiner Leute bekannt gab, war er sichtlich mitgenomen: «Feuerwehren sind wie Familien. Wir sind alle erschüttert über das Ausmass dieser Tragödie», sagte er.

Yarnell Hill liegt etwa 120 Kilometer nordwestlich von Phoenix. Die Brände waren am Freitag ausgebrochen. Bis gestern breiteten sie sich auf eine Fläche von bis zu 400 Hektar aus. Nach Angaben der Behörden wurden alle Anwohner von Yarnell Hill und Peeples Valley in Sicherheit gebracht. Das Feuer breite sich rasch aus, den Brandbekämpfern gelinge es nicht, es unter ihre Kontrolle zu bringen, berichtete die Internetseite «Arizona Republik». Rund 250 Häuser und damit die Hälfte der Ortschaft Yarnell Hill waren nicht mehr zu retten. Für Montag rechneten die Behörde mit Bundeshilfen.

Death Valley nah am Hitzerekord

Derweil stöhnt der gesamte Südwesten der USA unter einer enormen Hitzewelle. In Las Vegas, wo am Samstagnachmittag 46 Grad gemessen wurden, wurde ein älterer Mann tot in seiner Wohnung aufgefunden. Mindestens 40 weitere Menschen wurden seit Freitag in Krankenhäuser eingeliefert, einer von ihnen war am gestern Abend (Ortszeit) noch in kritischem Zustand. Auch in den kommenden Tagen wird nach Angaben des Nationalen Wetterdienstes keine Abkühlung erwartet. Die Hitzewarnungen sollten vermutlich noch bis mindestens Dienstagabend aufrecht bleiben.

In Phoenix erreichte das Thermometer am Samstagnachmittag 48,3 Grad, in Palm Springs in Kalifornien wurden 50 Grad gemessen. Im Death Valley war es nach vorläufigen Messungen 52 Grad heiss, damit aber immer noch um mehrere Grad kühler als vor genau 100 Jahren, als dort die höchste jemals auf der Erde gemessene Temperatur von 56,7 Grad registriert wurde.

SDA/mrs/rub

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