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«Wie patriotisch sind Sie?»

Sicher. Organisiert. Vielfältig. Nebst den traditionellen Adjektiven kommt Fatima Freitag noch eine andere, schweizspezifische Eigenschaft in den Sinn: «Die Schweiz bietet enorm viele Entwicklungsmöglichkeiten.» Jede und jeder – egal, welcher Schicht er oder sie angehöre – könne sich nach oben arbeiten. Möglich machten dies die guten Schulen und Weiterbildungsangebote, sagt die 35-Jährige, die in Bern eine Sprach- und Kulturschule leitet. Da liegt es auf der Hand, dass sie fürs Zeitungsfoto die grösstmögliche Flagge wählt. Töchterchen Vanessa Sophia scheint mit der Wahl einverstanden zu sein: Im ersten Moment zieht sie zwar in Erwägung, weinend in die Kamera zu blicken, zeigt dann aber plötzlich doch noch ein Lächeln hinter dem Nuggi.
Jeden Samstag im Sommer findet in Vevey der «Marché folkloristique» statt. Der 68-jährige Hans Roth aus Moosseedorf hat ihn vorletzten Samstag besucht – und schwärmt noch jetzt von den bunten Ständen, dem Wein und der tollen Stimmung. Am Schluss des Marktes spiele das Blasorchester ganz selbstverständlich die Nationalhymne. «Die Westschweizer sind nun mal patriotischer als wir Deutschschweizer», sagt der pensionierte Finanzcontroller. Er selber sei «sehr patriotisch», was nicht heisse, dass er in einer 1.-August-Rede sein Land nur loben würde. «Ich würde daran mahnen, dass die Schweiz sparsamer sein soll.» Dass zum Beispiel Bauprojekte nicht einfach dreimal teurer werden dürften als budgetiert.
Die Familie Schwalm fällt rasch auf, wenn sie über den Berner Märit spaziert. Nicht optisch, sondern akustisch – mit ihrem Appenzeller Dialekt. Die fünf aus Wolfhalden bezeichnen sich zwar als «mittelpatriotisch». Doch ist es kaum Zufall, dass sie so kurz vor dem 1.August ausgerechnet die Bundesstadt als Ziel für ihren Ferienausflug gewählt haben. Oder? «Ja, das Bundeshaus werden wir sicher besichtigen», antwortet Mutter Vreni Schwalm. Und mit welcher Fahne wollen sie sich fotografieren lassen? «Mit der grossen», sagt Sohn Maurin, «unbedingt!» Es gelingt ihm problemlos, die andern Familienmitglieder zu überzeugen.
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