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«Wie Menschenversuche der Nazis»

Ein falscher Wissenschaftler soll Frauen dazu gebracht haben, sich Stromstösse zu versetzen. Jetzt steht er vor Gericht. Die Anklage: Mordversuch in 88 Fällen.

Annette Ramelsberger, München
Mit so einer selbst gebastelten Apparatur haben sich die Opfer gefährliche Stromstösse versetzt. Der falsche Arzt leitete sie per Chat an. Foto: Kriminalpolizeiinspektion Fürstenfeldbruck
Mit so einer selbst gebastelten Apparatur haben sich die Opfer gefährliche Stromstösse versetzt. Der falsche Arzt leitete sie per Chat an. Foto: Kriminalpolizeiinspektion Fürstenfeldbruck

Der Mediziner hat sich über Skype zum Experiment zugeschaltet, seine Anweisungen kommen per Chat. «Versuchen Sie, nicht zu erschrecken», schreibt er, «auch wenn es vermutlich beim ersten Mal eigenartig ist.» Er prüft, ob die Testperson die Apparatur wie von ihm angewiesen zusammengebaut hat. Die beiden Metalllöffel, verbunden mit einem Kabel, angeschlossen an einen Dreifachstecker. Mit einem Holzkochlöffel soll die Testperson das Ganze anheben. «Für Sie ist das vollständig ungefährlich», schreibt er. «Es kommt höchstens zu unangenehmen Muskelkontraktionen.» Die junge Frau, die er durch die Kamera begutachtet, sitzt in ihrem Zimmer, nur mit einem dünnen Hemd und Leggins am Körper. Sie hält sich jetzt die Löffel an die Füsse, an die Innenseiten, wo die Haut am dünnsten ist. Sie zögert. Dann jagt sie sich 230 Volt durch den Körper.

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