Zum Hauptinhalt springen

Wie eine Flucht von vier Jahrzehnten endete

Der verurteilte Mörder und Flugzeugentführer George Wright war über 40 Jahre auf der Flucht – bis ein Fingerabdruck von ihm auftauchte.

Vorstadtidylle ausserhalb von Lissabon: In dem Haus links lebte Jorge dos Santos alias George Wright.
Vorstadtidylle ausserhalb von Lissabon: In dem Haus links lebte Jorge dos Santos alias George Wright.
Keystone

Dem in den USA verurteilten Mörder George Wright, der diese Woche nach über 40 Jahren auf der Flucht in Portugal festgenommen wurde, ist am Ende ein Fingerabdruck zum Verhängnis geworden. Wie ein US-Justizbeamter gegenüber dem britischen «Guardian» sagte, hätten die Ermittler mehrere mögliche Aufenthaltsorte auf dem Radar gehabt. Am Ende habe das portugiesische Identitätskarten-Register den ausschlaggebenden Beweis geliefert.

Wie seine Nachbarn berichteten, lebte der heute 68-jährige Wright unter dem Namen Jorge dos Santos zusammen mit seiner portugiesischen Frau und zwei Kindern jahrzehntelang in dem idyllischen Dorf Sintra, 45 Kilometer westlich von Lissabon, bis er am Montag auf Antrag der US-Regierung in Gewahrsam genommen wurde.

Taskforce für Ausbrecher

Der Langzeit-Ausbrecher war eine der obersten Prioritäten einer 2002 eigens für flüchtige Straftäter eingerichteten Taskforce in den USA. Auf die Spur brachten sie unter anderem alterskorrigierte Fahndungsbilder von Wright.

Wright war im August 1970 zusammen mit drei weiteren Häftlingen aus einer Haftanstalt im US-Staat New Jersey geflohen, wo er wegen Mordes zum Zeitpunkt seiner Flucht bereits acht Jahre eingesessen war. Zwei Jahre später entführte er – mittlerweile Mitglied der Terrororganisation Black Liberation Army – als Priester verkleidet einen Flug der Fluggesellschaft Delta von Detroit nach Miami. Wright und die anderen Entführer forderten im Gegenzug für die Freilassung der 86 Passagiere eine Million Dollar Lösegeld.

Rest der Haftstrafe verbüssen

Die Summe wurde ihnen gemäss ihrer Forderung von einem in eine Badehose gekleideten FBI-Agenten übergeben. Anschliessend zwangen die Angreifer die Maschine zum Flug nach Boston, später ging es weiter nach Algerien, wo sich die Flugzeugentführer um Asyl bemühten.

Zwar führten die algerischen Behörden auf Drängen der US-Regierung das Flugzeug und das Lösegeld in die USA zurück. Nach einer kurzen Festnahme wurde den Flugzeugentführern jedoch der Aufenthalt in Algerien gestattet. Die Komplizen von Wright wurden 1976 in Frankreich gefasst und verurteilt. Wright blieb flüchtig. Ermittler prüften auf der Suche nach ihm Berichte aus den 70er-Jahren, befragten Opfer und die Piloten des damals entführten Flugzeugs.

Verhaftet wurde Wright von der portugiesischen Polizei, US-Beamte waren jedoch anwesend. Die USA haben ein Auslieferungsgesuch gestellt. Sollte Wright in seine Heimat zurückkehren, werde er den Rest seiner Haftstrafe verbüssen müssen, sagte eine Sprecherin des US-Justizministeriums. Wright war damals zu 15 bis 30 Jahren Haft verurteilt worden.

(dapd)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch