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Weltweite Jagd nach dem Mörder von Montreal

Er soll eine Leiche zerstückelt, Körperteile verschickt und ein Video der Tat ins Internet gestellt haben. Nun wird auf der ganzen Welt nach einem gescheiterten Porno-Darsteller gesucht. Womöglich ist er in Frankreich.

Soll seinen Freund getötet haben: Der mutmassliche Mörder Luka Rocco Magnotta.
Soll seinen Freund getötet haben: Der mutmassliche Mörder Luka Rocco Magnotta.
Reuters

Nach einem grausigen Mord in Kanada sucht die Polizei weltweit nach einem 29-jährigen Mann, der die Tat begangen und einzelne Leichenteile per Post verschickt haben soll. Die internationale Polizeibehörde Interpol mit Sitz im französischen Lyon schrieb Luka Rocco Magnotta gestern Abend zur Fahndung aus. Der mutmassliche Mörder soll sich französischen Medienberichten zufolge nach Frankreich abgesetzt haben.

Magnotta ist auch unter den Pseudonymen Eric Clinton Newman und Vladimir Romanov bekannt. Auf verschiedenen Internetseiten wird er als gescheiterter Porno-Darsteller beschrieben, er soll ausserdem auf den Strich gegangen sein. Vor zwei Monaten schrieb er in seinem letzten bekannten öffentlichen Eintrag in einem Blog, es sei «nicht cool, ein Leichenschänder zu sein». Es sei «verdammt einsam».

Video der Tat im Netz

Im kanadischen Ottawa war am Dienstag ein verwesender Fuss in einem Paket bei der konservativen Regierungspartei eingegangen. Ein weiteres Paket mit einer abgetrennten Hand sollte an die liberale Partei gehen, wurde aber in einem Postamt abgefangen. Die Körperteile gehören offenbar zu einer männlichen weissen Leiche, die ebenfalls am Dienstag ohne Kopf in Montreal gefunden wurde. Bei dem Toten handelt es sich vermutlich um den Freund des bisexuellen Magnotta.

Im Internet tauchte zudem ein knapp elf Minuten langes Video der Tat auf, das offensichtlich der Verdächtige gedreht und am 25. Mai ins Netz gestellt hat. In dem inzwischen im Netz gelöschten Video ist ein nackter Mann zu sehen, der gefesselt auf einem Bett liegt und dann mit einem Eispickel getötet wird. Darin sind auch die Zerstückelung des Körpers sowie weitere sadistische Handlungen des Täters zu sehen, laut Presseberichten gibt es sogar kannibalistische Anzeichen. Im Hintergrund läuft in dem Video die Filmmusik aus dem Thriller «American Psycho».

Echtheit zuerst angezweifelt

Der US-Anwalt Roger Renville bekam das Video nach eigenen Angaben am vergangenen Samstag zu sehen und informierte die US-Polizei und ihre Kollegen in Kanada. «Was ich in diesem Video gesehen habe, übertrifft die schlimmsten Albträume», sagte Renville dem kanadischen Rundfunk CBC. In Kanada seien die Beamten dann wegen der Brutalität des Videos «sehr skeptisch» gewesen und hätten angesichts heutzutage guter Special Effects an eine Fälschung geglaubt.

Laut der Polizei in Ottawa wurden die beiden Pakete mit den Körperteilen in Montreal aufgegeben. Dort habe ein Hausmeister am Dienstagmorgen in einem Müllberg einen Koffer mit dem Torso eines Mannes gefunden, dessen Identität aber noch nicht endgültig geklärt sei. Eine Untersuchung soll klären, ob die Hand und der Fuss zu der Leiche gehören, und ob sie abgetrennt wurden, als der Mann noch am Leben war. In der Umgebung des Fundorts durchsuchte die Polizei eine verdächtige Wohnung. Ein CBC-Reporter erhielt nach eigenen Angaben Zutritt und berichtete von Blutspuren auf einer Matratze.

«Es gibt kein Land in der Welt, das nicht über ihn redet», sagte Polizeichef Ian Lafreniere gestern dem Sender CBC mit Bezug auf Magnotta. Da der mutmassliche Mörder unter hohem Druck stehe und die Aufmerksamkeit gross sei, glaube die Polizei, dass es «schwer» für ihn sein werde, unterzutauchen. Die Polizei in Montreal hat nach eigenen Angaben Hinweise darauf, dass der 29-Jährige Nordamerika bereits verlassen hat, Berichten zufolge soll er nach Frankreich geflohen sein.

AFP/rbi

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