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Was der echte «Slumdog Millionaire» mit seinem Geld anstellt

Sushil Kumar wurde vor einem Jahr durch die indische Ausgabe von «Wer wird Millionär?» zum reichen Mann – eine Geschichte, wie aus dem bekannten Hollywood-Streifen. Was seither geschah.

Mit 13 Antworten zur Million: Sushil Kumar nach seinem Sieg bei «Wer wird Millionär?». (25. Oktober 2011)
Mit 13 Antworten zur Million: Sushil Kumar nach seinem Sieg bei «Wer wird Millionär?». (25. Oktober 2011)
AFP
Gratuliert dem frisch gebackenen Millionär: Moderator Amitabh Bachchan, ein bekannter Bollywood-Schauspieler. (25. Oktober 2012)
Gratuliert dem frisch gebackenen Millionär: Moderator Amitabh Bachchan, ein bekannter Bollywood-Schauspieler. (25. Oktober 2012)
AFP
Kann sein Glück kaum fassen: Der 27-jährige Sushil war damals noch einfacher Bürokaufmann und verdiente 100 Dollar pro Monat. (25. Oktober 2012)
Kann sein Glück kaum fassen: Der 27-jährige Sushil war damals noch einfacher Bürokaufmann und verdiente 100 Dollar pro Monat. (25. Oktober 2012)
AFP
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Vor fast genau einem Jahr war Sushil Kumar noch ein einfacher Büroangestellter, der rund 100 Dollar im Monat verdiente und mit seiner ganzen Familie in einem einfachen Haus in Bihar wohnte – dem ärmsten Bundesstaat Indiens. Am 25. Oktober 2011 beantwortete er in der TV-Show «Wer wird Millionär?» 13 Fragen richtig und wurde zum Millionär. Der heute 28-Jährige gewann innerhalb weniger Stunden so viel Geld, wie er sonst erst in 800 Jahren verdient hätte.

Von diesem Zeitpunkt an galt Sushil Kumar als «The Real Slumdog Millionaire», in Anlehnung an den Kinofilm über einen indischen Jungen aus dem Slum, der durch die Show zum Millionär wird. Der britische Nachrichtensender BBC ist der Frage nachgegangen, was der echte Slumdog im ersten Jahr nach seinem Gewinn mit der Million angefangen hat.

Ein Generator, ein Computer, ein Scooter

Nicht viel, könnte man auf den ersten Blick meinen. Sushil wohnt laut dem Bericht immer noch im selben Haus wie vor seinem Sieg: Vier Zimmer mit je einem Doppelbett, darin leben er, seine Ehefrau, seine Eltern, vier Brüder, zwei Schwägerinnen und ein Kind – elf Personen, alles in allem. Im Gegensatz zu früher gibt es im Haus aber immerhin keine Stromunterbrüche mehr. Sushil hat sich für 500 Dollar einen Generator gekauft. Vorher habe er wegen der Stromausfälle oft seine Lieblingssendungen im Fernsehen verpasst, «dieses Problem ist jetzt gelöst». Ausserdem hat er sich seinen ersten Computer geleistet, ein Tablet. Und einen Scooter, das erste Fahrzeug, das er jemals besass.

Warum er sich denn nicht gleich einen Sportwagen gekauft habe, fragt ihn der BBC-Journalist. «Langsam, langsam, ich gebe mein Geld vorsichtig aus», sagt Sushil. Zuerst habe er all seine Schulden zurückzahlen wollen, ausserdem habe er seiner Frau etwas Schmuck gekauft. Direkt in der Nachbarschaft habe er sich zudem ein Stück Land gekauft, auf dem gerade ein neues Haus mit neun Zimmern für seine ganze Familie gebaut wird. Insgesamt hat er im letzten Jahr 200'000 Dollar ausgegeben, den Rest brachte er auf die Bank.

Mit dem Geld kommen die Bittsteller

Mit dem gewonnenen Geld kam auch der Ruhm – und mit dem Ruhm kamen die Bittsteller: «Seit ich gewonnen habe, schicken mir viele Leute Briefe und bitten mich darum, Land für sie zu kaufen, ihre Probleme zu lösen, für ihre Operationen, ihre Häuser, die Hochzeiten ihrer Kinder zu bezahlen.» Helfen kann Sushil den Menschen nicht, «denn wenn ich damit anfangen würde, wäre das Geld innerhalb eines Tages aufgebraucht», sagt er gegenüber der BBC.

Seit er zum Millionär geworden ist, muss Sushil nicht mehr arbeiten. Er verbringt seine Tage damit, Dokumentarfilme zu schauen oder Bücher zu lesen. Die Familie kann es sich jetzt auch leisten, mehr als einen halben Liter Milch pro Tag einzukaufen, ausserdem Früchte und Gemüse. Und sie erhält sogar bald Zuwachs: Sushils Frau ist schwanger.

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