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Von den «Botox-Boys» bis zu lackierten Herren-Zehennägeln

Der Wiener Opernball präsentierte sich prunkvoll – und ein bisschen bizarr.

Verrutscht: George Clooneys Ex, Elisabetta Canalis, tanzt am Wiener Opernball ausgelassen mit Baumeister Richard Lugner. (12. Februar 2015)
Verrutscht: George Clooneys Ex, Elisabetta Canalis, tanzt am Wiener Opernball ausgelassen mit Baumeister Richard Lugner. (12. Februar 2015)
Keystone
Frisch vermählt: Dieter Schroth (links) und Harald Glööckler. (12. Februar 2015)
Frisch vermählt: Dieter Schroth (links) und Harald Glööckler. (12. Februar 2015)
Keystone
«Alles Walzer»: Die Tanzfläche des Opernballs wird zum Schluss für alle Gäste freigegeben. (12. Februar 2015)
«Alles Walzer»: Die Tanzfläche des Opernballs wird zum Schluss für alle Gäste freigegeben. (12. Februar 2015)
AP Photo/Ronald Zak
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Ruhig, gediegen und pompös ist der 59. Wiener Opernball eröffnet worden. 5150 Besucher in einem ausverkauften Haus erfreuten sich über die glänzende Eröffnung in funkelnden Weiss und Silber. Überraschungsgast war Model Naomi Campbell.

Baumeister Richard Lugner brachte George Clooneys Ex, Elisabetta Canalis, als Ehrengast in das Haus am Ring. Gegen 23.30 Uhr stürmte sie sogar mit «Mörtel» das Parkett und tanzte mit dem freudestrahlenden Gastgeber, Busenblitzer inklusive. «Sie ist wirklich sehr nett und macht alles mit», sagte Lugner.

Ball-Organisatorin Desiree Treichl-Stürgkh, gekleidet in einer schwarzen Spitzen-Ballrobe von Designerin Susanne Bisovsky, und Hausherr Dominique Meyer begrüssten die Gäste, darunter vor allem internationale Intendanten wie Eva Wagner-Pasquier (Bayreuther Festspiele), Thierry Fouquet (Direktor Opera National de Bordeaux) sowie Serge Dorny (Opera de Lyon).

(Video: Youtube/Tarik's page)

First Lady liegt krank im Bett

Auch Österreichs Staatsoberhaupt Heinz Fischer, der von Nationalratspräsidentin Doris Bures begleitet wurde, besuchte das Event. «Die Eröffnung ist jedes Mal ein Erlebnis», es seien «sehr, sehr gute Leute an der Arbeit». Ehefrau Margit Fischer musste sich wegen einer überstandenen Blinddarm-Operation sowie einer starken Erkältung entschuldigen, «aber lasse sie grüssen», so Heinz Fischer.

Bundeskanzler Werner Faymann war ebenfalls verhindert, dafür erschien Vizekanzler Reinhold Mitterlehner. Kulturminister Josef Ostermayer brachte Schriftsteller Albert Ostermaier als Gast mit.

Bizarr gestaltete sich der Auftritt von Skandalschauspieler Helmut Berger. Er liess sich aufgrund eines Knöchelbruchs in die Oper tragen, die blanken Zehennägel seines verletzten Beines waren tiefrot lackiert. Begleitet wurde er von Unternehmerpaar Arnold und Oskar Wess, besser bekannt als «Botox-Boys». Sie trugen zum Frack Sonnenbrillen. Christina Lugner, die nach Jahren an der Seite von Richard Lugner heuer in Begleitung des Unternehmerpaars Wess kam, meinte: «Es ist einmal etwas Anderes, jung, fit und faltenfrei.»

«Botox ist out»

Auch der frisch angetraute Ehemann des Berliner Designers Harald Glööckler, Dieter Schroth, liess sich trotz starker Schmerzen im Knie nicht davon abhalten, den Ball zu besuchen. Glööckler erschien bei seiner in weissem Fake-Pelz über den Frack und trug dieses Mal eine Venezianische Maske. Bei seinem letzten Besuch 2013 war sein Gesicht mit glänzenden Steinen verziert. «Seitdem ich kein Botox mehr nehme, habe ich wieder eine Mimik. Botox ist komplett out», strahlte Glööckler.

Als Überraschungsgast entpuppte sich Model Naomi Campbell, die passend zum Thema ganz in Weiss erschien. Sie war auf Einladung der Ehefrau von Waffenhersteller Gaston Glock, Kathrin, zum Ball bekommen.

Nach dem Einzug des Jungherren- und Jungdamenkomitees standen die Künstler der Oper im Mittelpunkt. Mit Aida Garifullina («Je Veux Vivre» aus «Romeo et Juliette» von Charles Gounod) sowie Olga Bezsmertna («Dove Sono» aus «Le nozze di Figaro» von Wolfgang Amadeus Mozart) gaben zwei Sängerinnen des Ensembles ihr Debüt bei der Eröffnung. Als internationaler Gaststar wurde Carlos Alvarez gewonnen, der «Fin Ch'han Dal Vino», besser bekannt als «Champagner-Arie», aus «Don Giovanni» von Wolfgang Amadeus Mozart sang.

Reinkarnation der Sisi

Die Ballettcompagnie der Staatsoper interpretierte in funkelndem Weiss-Silber den «Kaiserwalzer» von Johann Strauss Sohn. Eine der Solotänzerinnen, Ketevan Papava, verwandelte sich dafür in Kaiserin Elisabeth, kurz Sisi. Auch der Nachwuchs bekam ein bisschen Scheinwerferlicht ab: Die Eleven gaben den «Barrel Organ Waltz» aus der «Gadfly Suite» von Dmitri Dimitrijewitsch Schostakowitsch zum Besten – inklusive akrobatischer Einlagen an einer Stange.

«Aus ist es mit der Liebe» aus der «Csardasfürstin» von Emmerich Kalman brachte dann wieder das Wiener Staatsballett auf das Parkett. Mit der Polka «Wo man lacht und lebt» von Eduard Strauss und dem Walzer «An der schönen blauen Donau» von Johann Strauss Sohn schlossen dann die Debütanten ab. Mit dem traditionellen Ruf «Alles Walzer» wurde die Tanzfläche für die Gäste freigegeben.

SDA/chk

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