Verirrter Wal sorgt für Aufregung

Hunderte strömten ans Ufer, um den zwischen Luxusjachten immer wieder auftauchenden Wal zu bewundern. Doch die Zeit drängte, ihn wieder Richtung Meer zu bringen.

Wird mit jedem Tag schwächer: Wal verirrte sich in einen Hafen von Buenos Aires. (3. August 2015)

Wird mit jedem Tag schwächer: Wal verirrte sich in einen Hafen von Buenos Aires. (3. August 2015)

(Bild: Keystone Natacha Pisarenko)

Ein im Hafen eines wohlhabenden Stadtteils von Buenos Aires verirrter Wal ist von Experten in Richtung Meer gebracht worden. Der Wal befinde sich nun dort, wo der Fluss Río de La Plata in den Atlantik münde, sagte Roxana Schteinbarg vom argentinischen Walschutzinstitut am Dienstag der Nachrichtenagentur AP. Bei dem Säugetier handele es sich um einen zwei Jahre alten Buckelwal. Er habe wahrscheinlich seine erste Migration ohne seine Mutter unternommen und sich verirrt.

Für die Bewohner der Millionenstadt sorgte sein Stelldichein im Jachthafen des wohlhabenden Viertels Puerto Madero für grosse Aufregung. Über Facebook und Twitter verbreitete sich die Nachricht von der Sichtung des Tieres am Montagnachmittag wie ein Lauffeuer, Hunderte Menschen strömten zur Uferpromenade entlang einem Kanal.

Hilfe benötigt

Dort tauchte der Wal immer wieder neben den vor Anker liegenden Luxusjachten auf. Ein Boot der Hafenpolizei versuchte, das verirrte Tier in den Río de La Plata zu locken - vergeblich. Doch die Zeit drängte, den seltenen Gast zurück in den Atlantik zu lotsen: In dem Süsswasser des Hafens fand er keine Nahrung, zudem hätte das Wasser seine Haut angreifen können, wie der wissenschaftliche Direktor des Walschutzinstituts, Mariano Sironi, erklärte.

Wale verlieren seinen Angaben zufolge manchmal die Orientierung und schwimmen dann Flüsse hinauf. Anschliessend benötigen sie häufig Hilfe, um den Weg zurück in den Ozean zu finden. In Süsswasserbecken wie dem des Jachthafens fehle ihnen auch der Auftrieb des Salzwassers.

Die Menschen in Puerto Madero waren ihrerseits begeistert von dem Wal. «Wir waren zu Hause und assen Mittag, als wir es in den Nachrichten sahen», erzählte die Lehrerin Rosana Saavedra, die mit ihrem Mann und ihrer Tochter in das Hafengebiet kam. «Dann haben wir gesagt:«Wir müssen das selbst sehen.»»

chk/AP

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