Verfahren wegen Air-France-Absturz mit 228 Toten eingestellt

2009 stürzte die Maschine des Flugs AF447 ins Meer. Dass die französische Justiz nicht gegen Airbus und die Airline vorgeht, empört die Hinterbliebenen.

Nach der Tragödie: Marinesoldaten der brasilianischen Armee finden 1200 Kilometer vor Recife ein Wrackteil der verunglückten Air-France-Maschine. (Handout/Reutrers/9. Juni 2009)

Nach der Tragödie: Marinesoldaten der brasilianischen Armee finden 1200 Kilometer vor Recife ein Wrackteil der verunglückten Air-France-Maschine. (Handout/Reutrers/9. Juni 2009)

Der Absturz einer Air-France-Maschine mit 228 Toten vor mehr als zehn Jahren bleibt vorerst ohne juristische Folgen: Das Verfahren gegen Air France und den europäischen Flugzeugbauer Airbus wurde eingestellt, wie es von Seiten der französischen Ermittler am Donnerstag in Paris hiess.

Hinterbliebene reagierten empört und kündigten Rechtsmittel an. Die Verfahrenseinstellung komme einer Verhöhnung der Opfer des Flugs AF447 von Rio nach Paris gleich, erklärte der Anwalt des grössten Verbands von Hinterbliebenen in Frankreich. Der Verband will juristisch gegen die Entscheidung der Ermittlungsrichter vorgehen.

Die Air-France-Maschine war am 1. Juni 2009 auf dem Weg von Rio de Janeiro in die französische Hauptstadt von den Radarschirmen verschwunden. Der Airbus stürzte 650 Kilometer von der Insel Fernando de Noronha entfernt in den Atlantik.

Lange war die Ursache unklar. Erst im Mai 2011 wurden die letzten Leichen und der Flugdatenschreiber aus etwa 4000 Metern Tiefe geborgen.

Sonden waren vereist

2012 stellten Ermittler fest, dass die Crew mit der Lage überfordert war, nachdem die für die Geschwindigkeitsmessung genutzten Pitot-Sonden vereist waren. Eigentlich sei die Situation beherrschbar gewesen.

Die französische Staatsanwaltschaft wollte wegen «Fahrlässigkeit» gegen Air France vor Gericht ziehen, die Vorwürfe gegen Airbus wurden bereits fallengelassen. Die Staatsanwaltschaft hält es für erwiesen, dass die Fluggesellschaft die Piloten des Airbus A330 nicht ausreichend auf Risiken nach mehreren Zwischenfällen hinwies.

Das Flugzeug war am 1. Juni 2009 über dem Atlantik abgestürzt. 228 Passagiere und Besatzungsmitglieder kamen ums Leben, darunter 28 Deutsche. Die Maschine war in ein schweres Gewitter geraten. In mehr als 11'000 Metern Höhe vereisten die Sensoren, sodass die Piloten keine Angaben zur Geschwindigkeit der Maschine mehr hatten.

fal/sda

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