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Transsexueller nach einem Tag entlassen

In den USA hat ein Transsexueller seinen ehemaligen Arbeitgeber verklagt, weil er sich von ihm wegen seines Geschlechts diskriminiert fühlte. Seit 2009 ist er auch vor dem Gesetz ein Mann.

Verklagt seinen ehemaligen Arbeitgeber: El'Jai Devoureau. (Screenshot: philly.com)
Verklagt seinen ehemaligen Arbeitgeber: El'Jai Devoureau. (Screenshot: philly.com)

Der 39-jährige El'Jai Devoureau war in einem medizinischen Zentrum im US-Staat New Jersey eingestellt worden, um andere Männer beim Urinieren zu überwachen. Ein Job, den dort nur ein Mann machen darf. Devoureau wurde mit weiblichen Geschlechtsteilen geboren. Er habe sich aber schon immer als Mann gefühlt, sagt er.

Vor fünf Jahren begann er eine Hormonbehandlung und 2009 liess er eine Geschlechtsumwandlung durchführen. Seitdem wird er auf seinem Führerschein, seiner Geburtsurkunde und bei allen staatlichen Behörden als Mann geführt.

Kündigung nach einem Tag

Der zuständige Manager des medizinischen Zentrums habe zum Zeitpunkt der Einstellung im Juni geglaubt, er habe es mit einem waschechten Mann zu tun, sagte Devoureau. Dass für den Job nur Männer eingestellt würden, sei eine zulässige Einschränkung, sagt auch der Anwalt des Klägers.

Bei dem nun anstehenden Gerichtsverfahren geht es deshalb um die Frage, ob jemand, der als Mann lebt und vom Staat als Mann anerkannt ist, auch von seinem Arbeitgeber als Mann anerkannt werden muss.

Laut der Anklageschrift absolvierte Devoureau eine eintägige Einweisung in seinen neuen Aufgabenbereich. Als er am nächsten Tag zur Arbeit kam, fragte ihn ein Vorgesetzter demnach, ob er ein Mann sei, was Devoureau bejahte. Dann fragte der Vorgesetzte, ob er irgendwelche Operationen hat vornehmen lassen. Darauf verweigerte Devoureau die Antwort und wurde gefeuert.

Diskriminierung gesetzlich verboten

Im Januar legte Devoureau Beschwerde bei der für den Staat New Jersey zuständigen Bürgerrechtsabteilung des US-Justizministeriums ein und reichte am Freitag Klage ein. Die Führung des verklagten Unternehmens äusserte sich nicht zu den Anschuldigungen.

In seiner Antwort auf die Beschwerde beim Justizministerium bestand das Unternehmen darauf, dass die Kündigung rechtens gewesen sei, weil nur Männer diese fragliche Tätigkeit ausführen dürften. New Jersey ist einer von einem Dutzend US-Staaten, die Diskriminierung Transsexueller explizit gesetzlich verboten haben. Das Gesetz wurde 2006 verabschiedet und trat 2007 in Kraft.

SDA/pbe

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