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Touristin stieg mitten auf der Bahn aus

Eine junge Frau aus Pakistan ist beim Rodeln in Interlaken tödlich verunglückt. Die 26-Jährige verliess die Bahn und stürzte zu Fuss schwer.

Kurz vor 13 Uhr hatte die Frau auf der Heimwehfluh, einem Aussichtsberg bei Interlaken, den Rodel bestiegen und fuhr damit zu Tal, wie das Untersuchungsrichteramt Berner Oberland und die Kantonspolizei Bern mitteilten. Ein nachfolgender Rodler bemerkte plötzlich vor sich einen leeren Rodel, den er vor sich zur Talstation schob. Angestellte der Rodelbahn wurden sofort aufmerksam und machten sich auf die Suche. Sie fanden die schwer verletzte Frau neben der Bahn liegend in einem Gebüsch an einem steilen Hang.

Die Bahnangestellten begannen mit der Reanimation der Verunfallten. Schliesslich wurde die Frau mit dem Helikopter aus dem abschüssigen Gelände geborgen und ins Spital geflogen. Dort starb sie wenig später. Zur Betreuung der Angehörigen wurde ein Care-Team beigezogen.

Nicht aus Rodel geschleudert

David Tschanz, Geschäftsführer der Heimwehfluhbahn, präzisierte gegenüber dem «Berner Oberländer»: «Die Touristin ist offenbar mitten auf der Strecke ausgestiegen, weil sie Angst hatte, und wollte durch den Wald zu Fuss weitergehen. Dabei muss sie im steilen und sehr unwegsamen Gelände schwer verunfallt sein.» Denn die Polizei habe bisher keine Mängel an der Bahn oder der Bedienung der Anlage festgestellt.

«Die Frau war angegurtet und wurde ziemlich weit weg von der Bahn gefunden, nichts deutet darauf hin, dass sie aus dem Rodel geschleudert wurde», sagt David Tschanz.

Der Geschäftsführer der Bahn erklärt weiter, dass jeder Rodel eine selbsttätige Bremse habe, die Passagiere also jederzeit abbremsen könnten. Der betroffene Rodel sei zudem anschliessend zu Probefahrten benutzt worden und habe dabei einwandfrei funktioniert. Die genaue Unfallursache wird gemäss Kantonspolizei noch ermittelt.

Die Rodelbahn war mehrmals in die Schlagzeilen geraten: Der «Beobachter» prangerte vor zwei Jahren den mangelnden Sicherheitsstandard der Bahn an.

Zahlreiche Sommerrodelbahnen

Die Heimwehfluh ist mit einer Drahtseilbahn erschlossen. Bei der Bergstation befinden sich ein Restaurant und verschiedene Spiel- und Freizeitmöglichkeiten, darunter auch die Sommerrodelbahn. Sie ist nach Angaben auf dem Tourismusportal myswitzerland.ch rund 650 Meter lang und führt mit einer Höhendifferenz von 90 Metern durch den Rugenwald hinunter ins Tal.

In den letzten Jahren haben verschiedene Tourismusdestinationen in der Schweiz Sommerrodelbahnen realisiert. Im Berner Oberland gibt es gegen ein halbes Dutzend.

Verschiedentlich Rodelunfälle

In der Schweiz kam es auch schon verschiedentlich zu Unfällen, so etwa im Jahr 2001 im bündnerischen Churwalden, wo eine Frau ums Leben kam.

2003 wurden zwei Touristen auf einer Bahn am Moléson im Kanton Freiburg verletzt. 2008 wurde ein Tourist in Les Diablerets im Waadtland aus einem Rodel geschleudert und ebenfalls verletzt. 2009 zogen sich zwei Kinder auf einer Anlage in Engelberg OW bei einem Auffahrunfall Blessuren zu.

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