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Teerklumpen beunruhigen die Meeresforscher

Schlimmer Verdacht: Nach dem Fund von Teerklumpen vor Florida befürchten Meeresforscher, dass sich der Öl-Teppich im Golf von Mexiko weiter ausbreitet als bisher angenommen.

Vom Öl verseucht: Küste in Grand Isle, Louisiana.
Vom Öl verseucht: Küste in Grand Isle, Louisiana.
Reuters
Verschmutzte Natur: Das Öl hat sich in der Sumpflandschaft Louisianas ausgebreitet.
Verschmutzte Natur: Das Öl hat sich in der Sumpflandschaft Louisianas ausgebreitet.
Keystone
Regenbogen im Wasser: Der Ölteppich glänzt in allen Farben und ist so nicht zu übersehen.
Regenbogen im Wasser: Der Ölteppich glänzt in allen Farben und ist so nicht zu übersehen.
Keystone
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Am Montag wurden rund 20 Klumpen an der Südspitze der Inselgruppe der Florida Keys gefunden. Noch ist nicht bestätigt, dass die Teerklumpen von der vor vier Wochen gesunkenen Bohrinsel stammen. Unabhängige Wissenschaftler befürchten aber, dass das ins Meer sprudelnde Öl von einer Strömung erfasst wird, um den Südzipfel Floridas herumwandert und so die Ostküste des Staates erreicht.

Neben den Fischern fürchtet auch die milliardenschwere Tourismus- Industrie in Florida die Folgen einer Ausdehnung. Naturschützer sorgen sich zudem um Korallenriffe. Nach offiziellen Angaben hat der Öl-Teppich bislang nur geringe Schäden an der Tier- und Pflanzenwelt angerichtet.

Erste personelle Konsequenz

US-Präsident Barack Obama dringt immer energischer auf eine Aufklärung der Ursache des Unfalls. Er will eine unabhängige Kommission einsetzen, welche die Praxis der Ölförderung sowie den Umgang der Behörden mit der Katastrophe untersuchen soll.

Daneben laufen bereits mehrere Untersuchungen im Kongress, der Küstenwache und der US-Behörde für Mineralienförderung (MMS). Letztere geriet im Zusammenhang mit der Ölpest selbst in die Schusslinie.

So nahm der für die Kontrolle der Tiefsee-Bohrungen zuständige Abteilungsleiter Chris Oynes am Montag seinen Hut - die erste personelle Konsequenz in Washington seit Beginn der Katastrophe. Vorausgegangen war scharfe Kritik Obamas an der seiner Ansicht nach zu engen «behaglichen» Beziehung zwischen der Behörde und der Ölindustrie.

Obama bezog sich dabei unter anderem darauf, dass die zum Innenministerium gehörende MMS Bohrgenehmigungen erteilt hat, ohne dass vorgeschriebene Untersuchungen über die möglichen Umweltfolgen unternommen wurden. Ausserdem liess die Behörde Sicherheitsinspektionen auf den Plattformen von den Ölunternehmen selbst machen.

Absaugrohr fängt Öl ab

Unterdessen gelang es dem Ölkonzern BP nach eigenen Angaben, die Öl-Menge zu verdoppeln, die seit Sonntag aus dem Hauptleck am Meeresgrund aufgesogen und auf ein Schiff geleitet wird. Demnach werden jetzt zwei Fünftel der schätzungsweise täglich 700 Tonnen austretenden Rohöls abgefangen, bevor sie ins Wasser gelangen.

Vermutlich am kommenden Wochenende will der Konzern versuchen, das Übel an der Wurzel zu packen: Dann soll das Bohrloch durch den Beschuss von Schlamm und Zement verschlossen werden.

BP-Manager Doug Suttles sagte, dass der Ölteppich auf dem Wasser kleiner sei als jemals zuvor seit Beginn der Ölpest: Das hätten Beobachtungen aus der Luft gezeigt. Wissenschaftler hatten aber am Wochenende neuen Alarm geschlagen: Sie haben nach eigenen Angaben riesige Ölschwaden unter der Wasseroberfläche entdeckt.

Die US-Behörde für Ozeanographie (NOAA) erklärte am Montag, es gebe bisher keine endgültigen Erkenntnisse über die Zusammensetzung. Es sei bisher nicht erwiesen, dass es sich um Öl handle. Admiralin Mary Landry von der US-Küstenwache sagte, es habe bisher kein Öl die Strömungen im Golf von Mexiko erreicht.

SDA/bru

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