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Sturm Isaac: Notstand und steigende Ölpreise

Nachdem der Tropensturm in der Karibik gewütet hat, rast er nun auf die US-Golfküste zu. Die US-Republikaner beginnen daher vorsorglich einen Tag später mit ihrem Parteitag in Tampa.

Lassen ihr Zuhause zurück: Eine Familie flüchtet per Boot aus ihrer Heimatstadt in Louisiana. (30. August 2012)
Lassen ihr Zuhause zurück: Eine Familie flüchtet per Boot aus ihrer Heimatstadt in Louisiana. (30. August 2012)
AFP
Flucht in letzter Minute: Eine Frau packt ihre Habseligkeiten ins Auto. (30. August 2012)
Flucht in letzter Minute: Eine Frau packt ihre Habseligkeiten ins Auto. (30. August 2012)
AFP
Auch hier haben die Wellen eine beachtliche Stärke erreicht: Enriquillo in der Dominikanischen Republik. (24. August 2012)
Auch hier haben die Wellen eine beachtliche Stärke erreicht: Enriquillo in der Dominikanischen Republik. (24. August 2012)
AFP
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De Bewohner der US-Golfküste rüsten sich für den Hurrikan Isaac. In den Staaten Louisiana und Mississippi wurde der Notstand ausgerufen, und auch in Florida verbarrikadierten Menschen ihre Häuser und stockten ihre Vorräte auf. Meteorologen erwarteten, dass der noch als Tropensturm eingestufte Isaac über dem Golf von Mexiko an Stärke gewinnen und als Hurrikan der Stufe 2 am Mittwoch die Küste erreichen könnte – am siebten Jahrestag von Hurrikan Katrina, der 2005 weite Teile der Region verwüstet hatte.

Der genaue Kurs, den der Tropensturm nehmen wird, nachdem er gestern über die Florida Keys gezogen war, ist jedoch unklar. Das Nationale Hurrikanzentrum in Miami gab deshalb eine Hurrikanwarnung für weite Teile der nördlichen Golfküste heraus. In Louisiana rief Gouverneur Bobby Jindal den Notstand aus und erklärte, er werde wegen des Sturms möglicherweise nicht beim Parteitag der US-Republikaner in dieser Woche sprechen. Der Beginn des Treffens, bei dem Mitt Romney als offizieller Präsidentschaftskandidat der Partei nominiert werden soll, war wegen des Sturms bereits von heute auf morgen verschoben worden.

Auch der Gouverneur im angrenzenden Mississippi veröffentlichte aus Sorge vor Überschwemmungen in niedrig liegenden Gegenden eine Notstandserklärung, und die Betreiber von Bohrinseln und Förderplattformen evakuierten einen Teil ihrer Anlagen im Golf von Mexiko.

Isaac stellt Romney vor Probleme

Die Republikaner sind seit dem verheerenden Hurrikan «Katrina», der vor genau sieben Jahren die Region verwüstete, vorsichtig. Sie wollen auf keinen Fall den Eindruck erwecken, dass sie eine glamouröse Party feiern, während Sturmopfer um ihr Leben und Eigentum fürchten. «Wir beobachten das Wetter natürlich», sagte Romneys Chefplaner Russ Schriefer. «Unsere Sorge gilt den Menschen im Sturmgebiet.»

Romney, der in Tampa offiziell zum Präsidentschaftskandidaten seiner Partei gekürt werden soll, wird von «Isaac» auch vor ein politisches Problem gestellt. Der Sturm ermöglicht es seinem Gegner Barack Obama, sich als starker Krisenmanager zu profilieren und seine Führungsqualitäten unter Beweis zu stellen – eine Rolle, welche die Republikaner traditionell für sich beanspruchen.

Der US-Präsident brachte bereits die Katastrophenschutzbehörde in Stellung und verfolgt die Entwicklung in Florida sehr genau. «Der Präsident hat dem Gouverneur Unterstützung zugesagt – auch um die Sicherheit der Besucher des republikanischen Parteitags zu gewährleisten», teilte das Weisse Haus mit.

Hunderte Flüge in Miami gestrichen

Bereits vor Erreichen der Hurrikanstärke sorgte Isaac nicht nur beim Parteitag der Republikaner in Tampa für Probleme. Am Flughafen von Miami wurden gestern 550 Flüge gestrichen. Von Key West an der Südspitze Floridas bis in den Norden von Miami kam es zu vereinzelten Stromausfällen. Der Gouverneur des Staates, Rick Scott, erklärte, es habe keine grösseren Schäden gegeben, als der Sturm über den äussersten Süden von Florida zog. Die Bewohner dort liessen sich vom Sturm auch nicht von Spaziergängen und Einkaufsbummel abhalten.

Anders könnte es allerdings an der Golfküste aussehen, wenn Issac über dem warmen Wasser des Golfs an Stärke zunimmt. Erreicht er die erwartete Stärke 2, würde er mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 177 Kilometern pro Stunde auf Land treffen.

Neun Tote in der Karibik

Bevor er Florida erreichte, hatte Isaac in Haiti für Überschwemmungen gesorgt. Dort kamen durch den Sturm sieben Menschen ums Leben, in der benachbarten Dominikanischen Republik zwei. Auch in Kuba riss der Tropensturm Bäume aus dem Boden und sorgte für Stromausfälle.

Gestern am späten Abend lag das Zentrum des Sturms rund 820 Kilometer südöstlich des Mississippi-Deltas. Das Hurrikanzentrum in Miami registrierte maximale Windgeschwindigkeiten von 100 Kilometern pro Stunde.

dapd/rbi

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