So werden die entgleisten Waggons gehoben

An der Unfallstelle bei Tiefencastel ist das Geröll bereits von den Schienen geräumt. Ein schwerer Zugkran kommt für die weitere Bergung zum Einsatz.

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Nach dem schweren Zugunglück von gestern stellt sich die Frage, wie die Zugwaggons von der schwer zugänglichen Unfallstelle überhaupt geborgen werden können. Der Zugwaggon, der in einem Abhang feststeckt, wird für seine Bergung nicht zerlegt. Die RhB will ihn mithilfe eines Krans in einem Stück heben. Wie das genau geschehen soll, wussten die Verantwortlichen an der Medienkonferenz noch nicht. Fachleute der Abteilung Infrastruktur der Rhätischen Bahn (RhB) prüfen derzeit, wie sie den 17 Tonnen schweren Wagen sicher aufs Gleis zurückbringen können.

Die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle des Bundes (Sust) hatte die Unfallstelle gestern Abend freigegeben für die Bergungsarbeiten. Heute Morgen wurde das Erdmaterial mit einem Bagger von den Schienen geräumt. Auch die Lokomotive, deren Hinterachse aus dem Gleis gesprungen war, konnte wieder wegfahren, nachdem sie zurück aufs Gleis gestellt worden war. Noch heute sollen die beiden Zugwaggons folgen, die nicht vom Bahntrassee gefallen sind.

Schwerer Schienenkran

Ein schwerer Schienenkran war kurz vor 16 Uhr dabei, den zweiten Wagen nach der Lok zu heben. Ein Teil des Waggons stand nach dem Unfall über dem Abgrund. Zum Einsatz kommt ein Kran der Gleisbaufirma Sera. Er kann 18 Tonnen heben. Die Waggons wiegen 17 Tonnen.

(Video: Stefan Hohler)

Der schwierigste Teil, die Bergung des ersten Waggons nach der Lok, soll morgen im Verlaufe des Tages stattfinden. Vor Ort sagten RhB-Vertreter, man werde ihn wahrscheinlich zuerst einige Meter den Abhang hinaufziehen. Dies könnte man mit dem Gleiskran machen. Ist der Waggon näher beim Kran, ist auch die Hebelwirkung der 17 Tonnen geringer. Der Waggon kann dann leichter angehoben werden.

Sobald alle Wagen geborgen sind, kann die RhB mit der Instandstellung der Bahntechnik (Gleis und Fahrleitung) beginnen. Die Bahn geht davon aus, dass die Arbeiten bis am Samstag abgeschlossen sein werden. Bis dahin bleibt die Strecke Samedan–Chur gesperrt.

Gepäck zum Teil erst heute geborgen

Als die unverletzten Passagiere gestern die Unfallstelle zu Fuss in Richtung Tiefencastel verliessen, wurden sie aufgefordert, ihr Gepäck im Zug zu lassen. Danach wurde der Zug nach Angaben der RhB von Securitas-Mitarbeitenden bewacht. Die Gepäckstücke aus den vorderen beiden Wagen (1. Klasse) konnten erst heute geborgen werden.

rub/rba

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