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Sintflutartiger Regen kostet Millionen Franken

Das Unwetter, das gestern Nachmittag über die Ostschweiz gezogen ist, hat allein im Kanton Appenzell Ausserrhoden geschätzten Sachschaden von gegen zehn Millionen Franken angerichtet. Zeitweise herrschte Chaos.

Unwetter im Berner Oberland: Blitz schlägt in Ufernähe in den Thunersee ein.
Unwetter im Berner Oberland: Blitz schlägt in Ufernähe in den Thunersee ein.
Philippe Gyarmati, Leserreporter
Durch den starken Wind peitscht das Wasser übers Ufer.
Durch den starken Wind peitscht das Wasser übers Ufer.
Philippe Gyarmati, Leserreporter
Die Besucher des Openairs Frauenfeld schien der Niederschlag nicht zu stören.
Die Besucher des Openairs Frauenfeld schien der Niederschlag nicht zu stören.
Keystone
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Bei der kantonalen Notrufzentrale gingen gestern ab 15.25 Uhr über 200 Notrufe ein. Die Feuerwehr von Herisau stand im Dauereinsatz. Kommandant Roger Schläpfer sagte, er hoffe, heute Abend die letzten 30 Mann abziehen zu können. Die Feuerwehr musste Tiefgaragen und Keller auspumpen, Strassen und Eisenbahntrassees von Bäumen befreien und Wohnquartiere evakuieren.

In Schwellbrunn und Herisau konnten bis Montagabend noch nicht alle Familien in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren; Hangrutschungen bedrohen ihre Liegenschaften. Ernst Bischofberger, Direktor der Ausserrhoder Assekuranz (Gebäudeversicherung), sagte vor den Medien, er rechne aus Erfahrung mit rund 1000 Schäden an Gebäuden und Grundstücken.

Vieles ist zerstört

Bischofberger rechnet mit einem Sachschaden von rund drei Millionen Franken allein an Gebäuden und Grundstücken. Hinzu kämen enorme Schäden an Fahrzeugen und technischen Geräten. Der Assekuranz- Direktor nimmt an, dass das heftige Gewitter einen Gesamtschaden von gegen zehn Millionen Franken angerichtet hat. Im Moment stehen acht Schadenschätzer im Dauereinsatz.

Der Ausserrhoder Landammann (Regierungspräsident) Hans Diem, sagte, die Ausserrhoder Bevölkerung sei schwer getroffen worden. Es sei ein Glück, dass durch das Unwetter keine Personen verletzt oder gar getötet worden seien. Diem unterbrach wegen des Unwetters seine Ferien, genau so wie der Direktor der Assekuranz und der Leiter des kantonalen Führungsstabs Hans Saxer.

Saxer sagte, gegenwärtig seien 40 Angehörige des Zivilschutzes und 40 Infanterie-Rekruten der Schweizer Armee mit Aufräumen beschäftigt; das Aufgebot werde im Laufe dieser Woche noch massiv erhöht. Die beiden Kantone Graubünden und Appenzell Innerrhoden hätten bereits angeboten, ebenfalls Zivilschutz-Angehörige ins Ausserrhoder Hinterland zu entsenden.

Mit dem Hinterland ist das Gebiet zwischen dem Hauptort Herisau und dem Säntis gemeint; diese Region wurde am stärksten in Mitleidenschaft gezogen. Hier hatte es am Sonntag sintflutartig geregnet. Gemäss Informationen des Führungsstabs gingen innert einer Stunde 60 Liter pro Quadratmeter nieder.

Bahnlinie gesperrt

Anjan Sartory, Einsatzleiter der Ausserrhoder Kantonspolizei, sagte, am Montagnachmittag seien alle Hauptverkehrsachsen wieder normal befahrbar gewesen. Die Appenzeller Bahnen (AB) mussten den Bahnverkehr am Sonntag vorübergehend einstellen. Die Strecke Herisau-Urnäsch der Appenzeller Bahnen ist für mehrere Wochen nicht befahrbar. Es wird ein Bahnersatz installiert.

Im Kanton St. Gallen gingen am Sonntag 160 Notrufe ein. Sie Polizei leitete diese am 15 Ortsfeuerwehren weiter. Diese mussten hauptsächlichen Keller auspumpen. Auf der Autobahn A1 durch die Stadt St. Gallen kam es am Sonntag zu Verkehrsbehinderungen, weil das Regenwasser nicht mehr abfloss.

Bäche traten über die Ufer

In Appenzell Innerrhoden traten Bäche über die Ufer. Es entstand geringer Sachschaden. Den Thurgau streift das heftige Gewitter nur ganz im Osten; in Horn und Freidorf standen die Ortsfeuerwehren im Grosseinsatz und pumpten viele Keller aus. Die Höhe des Sachschadens ist verhältnismässig gering.

In Vorarlberg stürzten Bäume auf ein Gleis der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Der Zugverkehr von Österreich in die Schweiz war während mehreren Stunden unterbrochen. Die deutsche Wasserschutzpolizei musste auf dem Bodensee etwa zehn Wassersportler aus Seenot bergen und die Schiffe in den Hafen von Langenargen begleiten, wie die Behörden am Montag mitteilten.

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