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Seltene weisse Giraffen in Kenia getötet

Von einer Giraffenmutter und ihrem Kalb wurden lediglich die Skelette gefunden. Tierschützer vermuten Wilderer.

Zwei von drei weissen Giraffen im kenianischen Wildtierreservat wurden getötet. Foto: Marc Napo/ Ishaqbini-Hirola Community Conservancy via Facebook
Zwei von drei weissen Giraffen im kenianischen Wildtierreservat wurden getötet. Foto: Marc Napo/ Ishaqbini-Hirola Community Conservancy via Facebook

In Kenia sind eine seltene weisse Giraffe und ihr Junges mutmasslich von Wilderern getötet worden. Die Skelette der zwei Tiere wurden am Dienstag in Wildtierreservat Ishaqbini Hirola im Osten des Landes im Bezirk Garissa gefunden.

Schätzungen zufolge lagen die Knochen bereits seit mindestens vier Monaten dort. Laut Tierschützern hätten Wilderer die zwei Tiere erschossen, sagte Mohammed Ahmednoor, der Leiter des Reservats, der Nachrichtenagentur DPA. Es bestehe aber auch die Möglichkeit, dass sie von Kämpfern der Terrorgruppe Al-Shabaab getötet worden seien. Die Miliz ist im Nachbarland Somalia sowie in den Grenzgebieten aktiv.

Es gibt nur wenige weisse Giraffen in Kenia und sie werden selten gesichtet. Im Reservat lebt nun nur noch eine einzige weisse Giraffe, ein Männchen. In einem tansanischen Wildtierpark befindet sich noch ein weiteres weibliches Exemplar.

Video: Weisse Giraffen in Kenia

«Ihre Tötung ist ein Schlag gegen die enormen Schritte, die die Gemeinschaft bisher unternommen hat, um seltene und einzigartige Arten zu erhalten», sagte Ahmednoor in einer Mitteilung. Es sei zudem ein Weckruf für die weitere Unterstützung der Schutzbemühungen. Die kenianische Wildtierorganisation KWS leitete eine Untersuchung ein, wie sie am Dienstag auf Facebook mitteilte.

Giraffen-Population um 40 Prozent zurückgegangen

Forscher vermuten, dass die weissen Giraffen unter einer Defekt-Mutation namens Leuzismus leiden. Diese führt bei Tieren dazu, dass Fell und Federn weiss und die darunterliegende Haut rosa sind, weil die Haut keine Melanozyten, also farbstoffbildende Zellen, enthält.

Gemäss Schätzungen der African Wildlife Foundation ist die Giraffen-Population in den letzten 30 Jahren um 40 Prozent zurückgegangen. Für diesen Rückgang verantwortlich ist auch die Wilderei und der Wildtierhandel. Auch in der Wildnis sind die Zahlen der Tiere rückläufig, da deren Lebensräume kleiner werden. Während eine durchschnittliche Herde im späten 19. und 20. Jahrhundert noch 20 bis 30 Giraffen zählte, beinhaltet sie heute weniger als 6 Tiere.

(SDA)

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