Schweres Beben erschüttert Fukushima

Der Erdstoss hatte eine Stärke von 6,0 auf der Richterskala. In Tokio schwankten die Häuser. Das beschädigte AKW in Fukushima wurde aber nicht weiter beschädigt. Ein Zelt soll den Reaktor künftig bedecken.

Bei einem neuen Erdbeben in der Region um die Atomruine Fukushima ist die Anlage zur Reinigung des radioaktiv verseuchten Kühlwassers vorübergehend abgeschaltet worden. Nach etwa 20 Minuten konnte sie wieder gestartet werden, teilte der Betreiber Tepco mit.

Die US-Erdbebenwarte gab das Beben mit einer Stärke von 5,9 an. Zwei Menschen wurden verletzt, wie Medien berichteten. Weitere Schäden in der Präfektur Fukushima im Nordosten Japans wurden nicht bekannt.

Das Beben liess noch in der 220 Kilometer entfernten Hauptstadt Tokio Häuser schwanken. Japan liegt auf vier aneinanderstossenden Erdplatten und wird jedes Jahr von 20 Prozent der weltweit stärksten Erdbeben erschüttert.

Zelt soll kaputte Hülle ersetzen

Am 11. März hatten ein Erdbeben der Stärke 9,0 und ein Tsunami die Region Fukushima verwüstet. 20'000 Menschen kamen durch das Erdbeben ums Leben. Die Atomanlage Fukushima war durch die Naturkatastrophe schwer beschädigt worden. Ein Gebiet in weitem Umkreis um die Anlage wurde verseucht.

Tepco kündigte an, einen der am schwersten beschädigten Reaktoren mit einem Zelt abdecken zu wollen. Das Zelt soll zumindest vorübergehend die weitgehend zerstörte äussere Hülle des Reaktors 1 ersetzen, wie ein Sprecher erklärte.

Diese Hülle solle bis Ende September fertiggestellt sein und den Reaktor vor Regen schützen, um den Austritt von radioaktivem Material zu verhindern. Tepco erwäge, auch die Reaktoren 3 und 4 mit einer ähnlichen Hülle zu schützen.

miw/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt