Zum Hauptinhalt springen

Schweinekadaver-Strom ebbt ab

In Shanghai wurden in den letzten Tagen mehr als 16'000 Schweinekadaver aus einem Fluss geborgen. In einer anderen chinesischen Provinz wurden unterdessen Entenkadaver gefunden.

Der Strom der Schweine lässt nach: Eines der Kadaver im Yangtze. (12. März 2013)
Der Strom der Schweine lässt nach: Eines der Kadaver im Yangtze. (12. März 2013)
AFP
Insgesamt 16'000 Schweine wurden entdeckt: Arbeiter halten auf einem Boot Ausschau nach Kadavern. (14. März 2013)
Insgesamt 16'000 Schweine wurden entdeckt: Arbeiter halten auf einem Boot Ausschau nach Kadavern. (14. März 2013)
AP
Grausiger Anblick: Massen von toten Schweinen treiben im Huangpu.  (7. März 2013)
Grausiger Anblick: Massen von toten Schweinen treiben im Huangpu. (7. März 2013)
AFP
1 / 7

Der mysteriöse Strom toter Schweine im Fluss Yangtze bei Shanghai lässt nach offiziellen Angaben nach. Nach dem Fund von täglich hunderten Tierkadavern zu Beginn des Phänomens seien es am Wochenende täglich nur noch um die 90 gewesen, erklärte die Stadtverwaltung.

In einem anderen Fluss in der Provinz Sichuan wurden derweil laut einem Zeitungsbericht etwa tausend tote Enten entdeckt. «Die Wasserbehörde der Stadt hat die Aufgabe so gut wie abgeschlossen, tote Schweine aus dem Wasser zu fischen», teilte die Verwaltung der ostchinesischen Wirtschaftsmetropole Shanghai mit. Am Samstag wurden 93 tote Schweine und am Sonntag weitere 98 Kadaver aus dem Fluss Huangpu gezogen. In den ersten Tagen waren es jeweils mehrere hundert Schweine gewesen.

Über 16'000 Tiere

Insgesamt wurden seit Beginn des Phänomens mehr als 16'000 tote Schweine in dem Fluss entdeckt. Die Behörden in Shanghai zählten bis Sonntagnachmittag 10'924 Kadaver, in der angrenzenden Provinz Zhejiang waren es mehr als 5500.

Shanghai hatte Landwirte aus der Stadt Jiaxing in Zhejiang beschuldigt, die toten Schweine in den mitten durch Shanghai fliessenden Huangpu geworfen zu haben, nachdem diese an einer Krankheit gestorben waren. Vertreter der Stadt hingegen erklärten, dass die Tiere nicht ausschliesslich aus Jiaxing stammen könnten.

In Proben aus den Kadavern war ein Virus gefunden worden, das bei Schweinen häufig vorkommt, den Angaben zufolge jedoch keine Gefahr für Menschen darstellt. Der Huangpu liefert 22 Prozent des Trinkwassers für die 23 Millionen Einwohner von Shanghai.

Tote Enten

Die Zeitung «China Daily» berichtete unterdessen, in einem Fluss im Bezirk Pengshan in der südöstlichen Provinz Sichuan seien etwa tausend verwesende Entenkadaver gefunden worden. Die Tierkörper aus dem Fluss gezogen, mit Kalk bestreut und in Plastiksäcken in der Erde vergraben worden, sagte ein örtlicher Behördenvertreter der Zeitung. Die Wasserqualität habe unter dem Vorfall nicht gelitten. Einige Internetnutzer bezweifelten diese Darstellung aber. Zur Todesursache der Enten wurden keine Angaben gemacht.

Die Vorfälle in Shanghai werfen ein Schlaglicht auf Missstände in der chinesischen Fleischproduktion. Die Lebensmittelbranche wurde in der Vergangenheit wiederholt von Skandalen erschüttert. Bislang wurde wegen der Schweinekadaver niemand zur Verantwortung gezogen.

AFP/mw

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch