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Mutmasslichem Schützen droht Todesstrafe

Am Flughafen von Fort Lauderdale in Florida schoss ein Mann um sich. Die Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren gegen ihn eröffnet, das FBI schliesst Terrorismus nicht aus.

Ermittlungen laufen in alle Richtungen: Der verantwortliche FBI-Agent George Piro spricht in Fort Lauderdale vor Medienvertretern. (7. Januar 2017)
Ermittlungen laufen in alle Richtungen: Der verantwortliche FBI-Agent George Piro spricht in Fort Lauderdale vor Medienvertretern. (7. Januar 2017)
Al Diaz/AP, Keystone
Er ist Irak-Veteran: Der Mann, der am Fort Lauderdale Flughafen um sich geschossen haben soll, wird von der Polizei abgeführt. (7. Januar 2017)
Er ist Irak-Veteran: Der Mann, der am Fort Lauderdale Flughafen um sich geschossen haben soll, wird von der Polizei abgeführt. (7. Januar 2017)
Jim Rassol/South Florida Sun-Sentinel via AP, Keystone
Auf diesem Gelände geschah die Schiesserei in der Stadt des Bundestaates Florida. Der Flughafen zählt mehr als 25 Millionen Passagiere jährlich.
Auf diesem Gelände geschah die Schiesserei in der Stadt des Bundestaates Florida. Der Flughafen zählt mehr als 25 Millionen Passagiere jährlich.
Daniel Slim, AFP
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Dem mutmasslichen Schützen am Flughafen von Fort Lauderdale droht die Todesstrafe. Die Staatsanwaltschaft von Miami leitete am Samstag ein Strafverfahren gegen den 26 Jahre alten Verdächtigen ein. Ihm wird demnach ein Gewaltakt mit Todesfolge an einem internationalen Flughafen vorgeworfen. Darauf kann Exekution oder lebenslange Haft stehen. Zudem wird der Verdächtige zweier Verstösse gegen das Schusswaffenrecht beschuldigt.

Über den Verdächtigen gibt es weitere Details. Er habe dem FBI im November gesagt, dass die Regierung seinen Verstand kontrolliere und ihn zwinge, Videos der Terrormiliz Islamischer Staat anzuschauen, teilte ein Beamter mit. Die Familie des Mannes berichtete von psychischen Problemen des Irak-Veterans. Er habe behauptet, Stimmen zu hören.

Terror nicht ausgeschlossen

Der Mann war wohl mit dem Ziel an den dortigen Flughafen gereist, ein Massaker zu verüben. Diesen Schluss legten Verhöre des Verdächtigen und Dutzender Zeugen nahe, erklärte das FBI am Samstag. Die Ermittlungen gingen nach wie vor in alle Richtungen, sagte FBI-Agent George Piro. Auch Terror werde nicht ausgeschlossen.

Der Verdächtige war nach Polizeiangaben von seinem Heimatstaat Alaska aus mit einem Linienflug nach Fort Lauderdale geflogen. Dort habe er seine legal eingecheckte Waffe am Gepäckband abgeholt, sei auf die Toilette gegangen, habe die Waffe geladen und das Feuer eröffnet, sagte Chip LaMarca, ein Behördenvertreter im Bezirk Broward County. «Wir wissen nicht, warum.» Der 26 Jahre alte Schütze tötete fünf Menschen und verletzte acht weitere. Bei ihm wurde ein Militärausweis gefunden.

«Die Leute haben angefangen zu schreien und versuchten, aus jeder möglichen Tür herauszukommen oder sich unter den Stühlen zu verstecken», sagte Augenzeuge Mark Lea dem Sender MSNBC. Der Täter habe wahllos um sich geschossen und nichts gesagt, als er an den Gepäckbändern auf- und abgegangen sei. Er habe zwischen dem Gepäck hindurchgeschossen, um Menschen zu treffen, die sich versteckt hätten, sagte Lea.

Einer der Passagiere kam mit dem Schrecken davon, obwohl er getroffen wurde. Steve Frappier erklärte dem Sender CNN, er sei am Boden gelegen und eine Kugel habe sich in seinen Rucksack gebohrt. «Ich spürte den Einschlag. Aber ich merkte erst später auf der Toilette, dass die Kugel in meinen Rucksack eindrang and meinen Laptop traf. Später fand dann das FBI die Kugel in einer Tasche meines Rucksacks.» Frappier ist überzeugt: «Der Rucksack und der Laptop retteten mein Leben!»

Der gesamte Flughafen wurde vorübergehend gesperrt. Behörden und Augenzeugen berichteten, der Schütze habe nach seiner Tat seineWaffe auf den Boden geworfen und sich mit ausgestreckten Armen und Beinen hingelegt. Er wurde festgenommen.

Pistole im Gepäckstück

Am Donnerstagabend sei der Verdächtige in Anchorage an Bord einer Maschine von Delta Airlines gestartet, nach einem Zwischenstopp in Fort Lauderdale gelandet, sagte der Polizeichef des Flughafens von Anchorage, Jesse Davis. Demnach checkte er ein einziges Gepäckstück ein, in dem sich seine Pistole befand. Das Mitführen einer Waffe ist in den USA unter Auflagen möglich, solange sie aufgegeben, entladen und in einem Hartschalenbehälter verschlossen wird.

In Fort Lauderdale angekommen, sei der Verdächtige dann mit seiner Tasche auf die Toilette gegangen, habe sie dort durchgeladen und das Feuer eröffnet, sagte Chip LaMarca, ein Behördenvertreter im Bezirk Broward County. «Wir wissen nicht, warum.»

Degradiert und entlassen

Der Bruder des Verdächtigen, Bryan S., sagte der Nachrichtenagentur AP später, er habe sich in Alaska in psychiatrischer Behandlung befunden. Nach Angaben der Nationalgarde von Puerto Rico war er 2010 für ein Jahr im Irak stationiert. Später sei er der Nationalgarde von Alaska beigetreten. Dort fehlte er aber nach Pentagonangaben einige Male unentschuldigt und wurde schliesslich degradiert und später entlassen.

Seine Tante Maria Ruiz sagte dem Blatt «The Record», ihr Neffe habe nach seiner Rückkehr aus dem Irak mit psychischen Problemen zu kämpfen gehabt. «Es war so, als ob er den Verstand verloren hätte», sagte sie. «Er sagte, er sehe Dinge.»

Obama und Trump sind orientiert

US-Präsident Barack Obama wurde über die Schiesserei von seinem Heimatschutzberater informiert. Sein gewählter NachfolgerDonald Trump schrieb auf Twitter, er beobachte «die schreckliche Situation in Florida.»

25 Millionen Passagiere

Der Flughafen von Fort Lauderdale wird jährlich von rund 25 Millionen Passagieren genutzt. Er ist Zwischenstopp für viele Touristen, die eine Kreuzfahrt oder einen Urlaub in der Karibik gebucht haben.

Der frühere US-Regierungssprecher Ari Fleischer twitterte, dass er am Flughafen gewesen sei, als Schüsse abgegeben worden seien. Alle seien daraufhin weggerannt.

(SDA)

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