Schneider-Ammanns Mitarbeiter: «Wir hätten strenger sein müssen»

Die Rede des Bundespräsidenten sorgt weltweit für Heiterkeit. Nun äussern sich seine Kommunikationsberater.

Die Ansprache des Bundespräsidenten im Original.

Die Grabesrede von Bundespräsident Johann Schneider-Ammann zum Tag der Kranken hat mittlerweile sogar die amerikanische «Washington Post» erreicht. Und die Frage stellt sich: Wie konnten die Informationsprofis des Bundes Schneider-Ammann so in die Falle laufen lassen?

Gegenüber RTS nehmen jetzt erstmals Mitglieder seiner Entourage Stellung: «Wir hätten strenger sein müssen», sagt eine Mitarbeiterin der Kommunikationsabteilung. Offenbar war man sich aber bewusst, dass das von den Organisatoren vorgegebene Thema – das Lachen – heikel sein könnte: «Ich habe sehr wohl gespürt, dass es ein waghalsiges Unterfangen ist», sagt ein anderer Mitarbeiter.

Das Missgeschick zu spät bemerkt

Hinzu kam laut RTS die Komplexität der Anlage: In einem Studio des Medienzentrums musste der Magistrat innert zwei Stunden Radio- und TV-Aufnahmen in drei Landessprachen von einem Teleprompter ablesen. Johann Schneider-Ammann, der die französische Sprache nicht besonders gut beherrsche, habe sich entsprechend mehr auf den Text als auf die Interpretation konzentriert, schreibt RTS unter Berufung auf die Entourage des Magistraten.

Auch das französische Fernsehen amüsierte sich über Schneider-Ammanns Rede (Quelle: Canal +).

Obwohl auch ein Kommunikationsberater – ebenfalls ein Deutschschweizer – zugegen war, sei die Diskrepanz zwischen Inhalt und Form unbemerkt geblieben. Der Kommunikationschef selbst sah die Rede erstmals am Montag, als sie bereits in den sozialen Medien die Runde machte. Nun versprechen die Verantwortlichen, in Zukunft genauer hinzuschauen.

Übernommen und gekürzt von «20 Minuten».

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