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Schicksalstag für Knox rückt näher

Am Montag soll es soweit sein: Dann fällt das Urteil im Berufungsprozess um Amanda Knox. Die Verteidigung plädierte heute in Perugia auf Freispruch – die US-Studentin sei keine Mörderin.

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Will keine Mörderin sein: Amanda Knox vor Gericht in Perugia, 29. September 2011.
Will keine Mörderin sein: Amanda Knox vor Gericht in Perugia, 29. September 2011.
Reuters

Im Berufungsprozess um die in Italien wegen Mordes an einer britischen Mitbewohnerin verurteilte US-Studentin Amanda Knox hat die Verteidigung auf Freispruch plädiert. Der ursprüngliche Schuldspruch müsse aufgehoben werden, forderte der Anwalt der 24-Jährigen, Carlo Dalla Vedova, vor dem Gericht in Perugia. Dagegen hatte die Anklage vergangenen Samstag lebenslang für Knox und ihren Ex-Freund Raffaele Sollecito gefordert. Knox war im Dezember 2009 in erster Instanz zu 26 und Sollecito zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht will am Montag sein Urteil fällen.

Die Britin Meredith Kercher war Anfang November 2007 halbnackt und mit durchschnittener Kehle in dem Haus in der italienischen Universitätsstadt Perugia gefunden worden, das sie gemeinsam mit Knox bewohnte. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft wurde die 21-jährige Britin gemeinsam von Knox, ihrem damaligen Freund Sollecito sowie dem ebenfalls angeklagten Rudy Guede ermordet, weil sie sich weigerte, bei Sexspielen mitzumachen. Guede war nach einem Teilgeständnis in einem getrennten Schnellverfahren zu 16 Jahren Haft verurteilt worden. Knox und Sollecito beteuern bis heute ihre Unschuld.

Zweifel an den DNA-Tests

In dem jetzigen Berufungsverfahren äusserten unabhängige Experten ernsthafte Zweifel an den DNA-Tests, die in erster Instanz zur Verurteilung von Knox und Sollecito geführt hatten. In Anspielung darauf appellierte der Anwalt Dalla Vedova an die Geschworenen, sie müssten die Angeklagten freisprechen, wenn es keine Beweise gebe. «Fehler sind möglich, niemand ist unfehlbar», sagte er weiter.

Den Ermittlern warf Dalla Vedova vor, die Rekonstruktion des Falls «frei erfunden» zu haben. Auch die Medien kritisierte der Anwalt scharf: Sie hätten seine Mandantin schon vor dem Prozess «öffentlich gekreuzigt und gedemütigt», sie mit «verleumderischen» Artikeln über ihr ausschweifendes Leben in Perugia «überwältigt und vergewaltigt». Die Angeklagte verfolgte die Ausführungen ihres Verteidigers mit bleichem Gesicht. Sie wollte noch im Laufe des Tages selbst das Wort ergreifen.

(AFP)

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