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Rodman singt «Happy Birthday» für Kim

Kim Jong-un bekommt kaum Besuch aus dem Ausland. NBA-Legende Rodman dagegen ist wieder da – und trällert seinem «besten Freund» ein Geburtstagsständchen. Seine Mitspieler sind nicht begeistert.

«Happy Birthday» für Nordkoreas Diktator Kim Jong-un: Dennis Rodman vor einem Basketballspiel zu Kims Ehren. (8. Januar 2014)
«Happy Birthday» für Nordkoreas Diktator Kim Jong-un: Dennis Rodman vor einem Basketballspiel zu Kims Ehren. (8. Januar 2014)
AP Photo/Kim Kwang Hyon
Widmete das Spiel seinem «besten Freund» Kim: Dennis Rodman nach dem Spiel in Pyongyang. (8. Januar 2014)
Widmete das Spiel seinem «besten Freund» Kim: Dennis Rodman nach dem Spiel in Pyongyang. (8. Januar 2014)
AP Photo/Kim Kwang Hyon
Wird herzlich empfangen: Dennis Rodman zusammen mit Nordkoreas Sportminister bei seiner Ankunft in Pyongyang. (6. Januar 2014)
Wird herzlich empfangen: Dennis Rodman zusammen mit Nordkoreas Sportminister bei seiner Ankunft in Pyongyang. (6. Januar 2014)
AP Photo/Kim Kwang Hyon
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Ex-US-Basketballstar Dennis Rodman hat für den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un vor einem Show-Spiel ehemaliger NBA-Stars in Pyongyang «Happy Birthday» gesungen. Die rund 14'000 Zuschauer im ausverkauften Haus klatschten laut, als Rodman eine Strophe des Geburtstaglieds vortrug.

Er widmete das Spiel seinem «besten Freund» Kim, der mit seiner Frau und hochrangigen Offiziellen ins Stadion gekommen war. Rodman sagte, das Spiel sei Teil seiner «Basketball-Diplomatie» mit Nordkorea. Dafür war Rodman bereits heftig in den USA kritisiert worden.

Zwiespältige Gefühle

Kims genaues Alter ist unbekannt - und damit auch, welchen Geburtstag er feierte. Es wird geschätzt, dass er Anfang 30 ist. Rodman, der seine Basketball-Karriere vor 13 Jahren beendet hat, ist der populärste Amerikaner, der sich mit Kim seit dessen Amtsantritt im Jahr 2011 trifft.

Der ehemalige Spieler von den New York Knicks, Charles D. Smith, sagte der Nachrichtenagentur AP, er und die anderen Spieler hätten bei dem Geburtstagslied nicht mitgesungen. «Wir haben Dennis immer gesagt, dass er nicht singen kann. Er ist unmusikalisch.» Also habe dieser alleine gesungen.

Smith sei erfreut gewesen, dass die Masse das Spiel genossen habe, aber seine Gefühle bezüglich der zweistündigen Veranstaltung seien zwiespältig. Er sei nicht überglücklich.

Menschliche Verbindung zu Nordkoreas Bürgern

Mit Rodman und Smith waren unter anderem die ehemaligen NBA-Stars Kenny Anderson, Cliff Robinson und Vin Baker auf dem Spielfeld. Rodman sagte, er fühle sich geehrt, das Spiel in der nordkoreanischen Hauptstadt austragen zu dürfen. Die Veranstaltung sei historisch.

In der ersten Hälfte spielten die Amerikaner gegen ein Team der Nordkoreaner, in der zweiten Hälfte wurden die Teams gemischt. Mitglieder von Rodmans Team hatten erklärt, das Spiel biete aus ihrer Sicht eine gute Gelegenheit, eine menschliche Verbindung zu den Bürgern des isolierten Landes herzustellen. Einige sagten, sie seien von den negativen Reaktionen in ihrer Heimat betroffen.

Wegen «anti-staatlicher Verbrechen» eingesperrt

Insbesondere wurde Rodman vorgeworfen, dass er nicht über die schlechte Menschenrechtssituation in Nordkorea spricht. Der Regierung in Pyongyang werden Mord, Vergewaltigung und andere gewaltsame Übergriffe vornehmlich auf Regimekritiker vorgeworfen. Zudem sollen etwa 120'000 Menschen unter unwürdigen Zuständen in Straflagern gehalten werden.

Rodman wurde auch dafür kritisiert, sich nicht dafür einzusetzen, dem US-Missionar Kenneth Bae zu helfen. Dieser ist in Nordkorea wegen «anti-staatlicher Verbrechen» eingesperrt. Als ihn ein CNN-Moderator im Interview darauf anspricht, rastet Rodman aus und brüllt: «Ich scheiss drauf, was Sie denken.»

«Ich halte ihn für einen Idioten»

n den USA hört man das gar nicht gerne. Selbst NBA-Comissioner David Stern kritisierte den Trip. Die Spieler hätten sich «vom Geld blenden lassen», sagte er CNN. «Wir haben das nicht abgesegnet... Wir würden so etwas nicht ohne Absprache mit dem US-Aussenministerium tun.» Nordkorea sei ein gefährliches Land.

US-Senator John McCain fand noch deutlichere Worte für Rodman: «Ich halte ihn für einen Idioten.» Der Basketballspieler verstehe nicht, dass er einem «sehr brutalen, skrupellosen jungen Mann» zu Propaganda verhelfe. Die Familie des Häftlings Kenneth Bae zeigte sich entsetzt. «Das ist kein Spiel, es geht um das Leben eines Menschen», sagte seine Schwester Terri Chung.

Ein «Freund fürs Leben»

Es war nicht der erste Besuch Rodmans in dem autoritär geführten und weitgehend abgeschotteten Land. Erst kurz vor Weihnachten trainierte der mittlerweile 52-Jährige die nordkoreanische Nationalmannschaft. Im Februar vergangenen Jahres drehte er dort mit der Show-Truppe Harlem Globetrotters für einen US-Fernsehsender.

Kim bezeichnet er als «Freund fürs Leben». Dass der nordkoreanische Führer kürzlich seinen eigenen Onkel hinrichten liess, spiele für ihn keine Rolle, sagt Rodman.

Nordkorea gilt als eines der Länder auf der Welt, die am grausamsten mit seiner eigenen Bevölkerung umgehen. Amnesty International spricht von einer «verheerenden Menschenrechtslage», Millionen hungernden Menschen und rund 200'000 politischen Gefangenen. Während der jüngsten politischen Säuberung hatte Kim im Dezember sogar seinen Onkel und Mentor hinrichten lassen.

AP/sda/chk/ajk

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