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«Psychiatrie kann unangenehmer als Gefängnis sein»

Der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik ist für unzurechnungsfähig erklärt worden. Gerichtspsychiater Josef Sachs sagt, wie das einzuschätzen ist und was dem geständigen Täter nun droht.

Das letzte Wort haben die norwegischen Richter: Gutachter haben ihr Urteil über Breivik abgegeben. (Video: Reuters)

Anders Behring Breivik wird von Rechtspsychiatern für nicht zurechnungsfähig erklärt. Seine Tat hat er über Jahre hinweg vorbereitet. Wie geht dieses gezielte Vorgehen mit «Unzurechnungsfähigkeit» zusammen? Es ist tatsächlich nicht ganz einfach, das zusammenzubringen. Die meisten Fachleute sind im Vorfeld davon ausgegangen, dass er nicht unzurechnungsfähig gesprochen wird. Man ist davon ausgegangen, weil er die Tat nicht aus dem Moment heraus beging, sondern von langer Hand vorbereitete. Er hat auch die Möglichkeit des Scheiterns und verschiedene Varianten des Tatverlaufs eingeplant. Das spricht eigentlich gegen eine Schuldunfähigkeit. Wenn jemand aber eine sehr konstante Wahnvorstellung hat und dauerhaft in einer eigenen Welt lebt, dann kann in Ausnahmen auch bei solch präzis geplanten Taten von einer Unzurechnungsfähigkeit gesprochen werden.

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