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Polizei schützt Liechtensteiner Parlament vor Hermann

Noch immer wird der Todesschütze von Balzers, Jürgen Hermann, fieberhaft gesucht. Derweil tagt das Parlament von Liechtenstein. Die Polizei ist vor Ort.

Der Täter wollte mehrere Personen und Institute für den Zusammenbruch eines Fonds verantwortlich machen: Ein Polizeiauto vor der Bank Frick. (7. April 2014)
Der Täter wollte mehrere Personen und Institute für den Zusammenbruch eines Fonds verantwortlich machen: Ein Polizeiauto vor der Bank Frick. (7. April 2014)
Keystone
Grosses Medieninteresse: Ein Polizeibeamter spricht vor den Kameras. (7. April 2014)
Grosses Medieninteresse: Ein Polizeibeamter spricht vor den Kameras. (7. April 2014)
Keystone
Nach der Schiesserei wurde die Bank geschlossen.
Nach der Schiesserei wurde die Bank geschlossen.
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Im Fürstentum Liechtenstein hat die dreitägige Session des Parlaments, des Landtages, unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen begonnen. Vom gesuchten mutmasslichen Todesschützen Jürgen Hermann fehlt nach wie vor jede Spur. Das Opfer wird am Samstag beigesetzt.

Die Liechtensteiner Landespolizei hat eigenen Angaben zufolge ein Sicherheitsdispositiv für die Landtagssitzungen erstellt und ist vor Ort. Wie die Polizei auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda weiter bekannt gab, stehen neben dem Landtagsgebäude, in dem das 25-köpfige Parlament tagt, weitere Institutionen unter Polizeischutz. Zum Personenschutz machte die Polizei aus «taktischen Gründen» keine Angaben.

Noch immer wird der Todesschütze von Balzers, Jürgen Hermann, fieberhaft gesucht. Die Polizei nimmt an, der 58-jährige Mann habe Suizid im Rhein begangen. Der Rhein wurde erneut mit Diensthunden sowohl auf Liechtensteiner als auch auf Schweizer Seite abgesucht. Obschon die Polizei von Selbstmord ausgeht, ermittelt sie daneben «in diverse weitere Richtungen» ermittelt. Hermann ist inzwischen weltweit zur Fahndung ausgeschrieben.

Vier Faustfeuerwaffen beschlagnahmt

Der gesuchte Ex-Fondsmanager und Erfinder hatte am Montagmorgen in der Tiefgarage der Bank Frick in Balzers den Vorsitzenden der Geschäftsleitung des Geldhauses, Jürgen Frick, mit drei Schüssen aus einer Faustfeuerwaffe getötet. Opfer und Täter standen früher in einer geschäftlichen Beziehung zueinander.

Schon vor der Bluttat hatte die Polizei mit dem Gesuchten wegen dessen zeitweise aggressiven Verhaltens zu tun. 2012 nahm die Landespolizei Hermann vier Faustfeuerwaffen ab. Die Waffe, mit der Hermann am Montag schoss, wurde illegal erworben. Gefunden wurde sie bislang nicht.

Laut Polizeiangaben kaufte ein Familienmitglied die Tatwaffe im Oktober vorletzten Jahres und führte sie nach Liechtenstein ein. Weitere Abklärungen zur Waffe seien im Gang.

Polizei löscht Inhalt auf Internetseite

Der Inhalt der Webseite des Tatverdächtigen wurde auf Anordnung der Polizei am Dienstagabend gelöscht. Damit soll die Seite vor Manipulationen durch Drittpersonen geschützt werden, um die polizeilichen Ermittlungen nicht zu behindern.

Jürgen Frick wird am Samstag in Balzers beigesetzt. Am Freitagabend findet in der römisch-katholischen Pfarrkirche St. Nikolaus ein Gedenkgottesdienst statt. Die Abdankung für das Opfer ist am Samstagmorgen um 9 Uhr, wie die Medienverantwortlichen der Bank mitteilten. Bis dahin ist der Sarg in der Kapelle des Friedhofs Balzers aufgebahrt.

Die Bank bittet die Medien, die Totenruhe und die Privatsphäre der Trauerfamilie zu wahren. Den Medien werden Bilder des Sarges sowie der Abdankung zur Verfügung gestellt, die ein Pool-Fotograf macht. Kamerateams und Fotografen sollen sich während der Messe am Freitag und der Abdankungsfeier am Samstag nicht in der Kirche oder auf dem Friedhof aufhalten. Tonaufnahmen während der Abdankung sind unerwünscht.

SDA/bru

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