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Plötzlich hatten die Passagiere freie Sicht auf den Himmel

Ein US-Flugzeug musste gestern wegen eines Lochs in der Kabinendecke notlanden. Bilder zeigen nun das Ausmass der Beschädigung.

Ein plötzlicher Druckabfall in ihrer Boeing 737-300 hat 118 Menschen auf einem US-Inlandsflug Minuten voller Angst und Schrecken beschert. Auf 11'000 Meter Höhe habe es am Freitag plötzlich einen lauten Knall gegeben und über ihr sei ein Riss in der Kabinendecke gewesen, durch den sie den Himmel sehen konnte, sagte Passagierin Brenda Reese der Nachrichtenagentur AP. Dem Pilot gelang es, das Flugzeug notzulanden. Einige Insassen verloren wegen Sauerstoffmangels das Bewusstsein, schwerer verletzt wurde niemand.

Wie bei einem Druckabfall vorgesehen fielen Sauerstoffmasken aus der Kabinendecke. Passagiere beschrieben den vom Piloten eingeleiteten Sinkflug als Hölle. Vier Minuten brauchte der Pilot, um das Flugzeug von 11'000 auf 3000 Meter zu bringen - «ein kontrollierter Sinkflug», wie ihm die Luftfahrtbehörde FDA bescheinigte. Die Passagiere applaudierten erleichtert, als die Boeing auf einem Militärflugplatz in Yuma/Arizona, 250 Kilometer südwestlich von Phoenix, landete. Das 15 Jahre alte Flugzeug der Fluggesellschaft Southwest war zuvor in Phoenix mit dem Ziel Sacramento in Kalifornien gestartet.

Passagier Don Nelson berichtete, es habe «vier laute Minuten» gedauert, bis das Flugzeug auf 3000 Meter kam. «Man kann schon sagen, dass es einen Sauerstoffmangel gab», sagte er. Fotos von Reeses Handy-Kamera zeigten einen 1,80 Meter langen Riss über dem Gang bei ihrer Sitzreihe.

Mechanischer Defekt vermutet

Die Bundespolizei FBI sprach von einem mechanischen Defekt und schloss einen Anschlag aus. Southwest sagte am Samstag 300 Flüge mit rund 80 Boeing 737-300 ab. Nach Angaben der Fluggesellschaft wurden bei der Unglücksmaschine alle vorgeschriebenen Inspektionen eingehalten. Dabei waren nach Informationen der Nachrichtenagentur AP im vergangenen Jahr Beschädigungen am Rahmen entdeckt und repariert worden. Das sei bei Flugzeugen dieses Alters nicht ungewöhnlich.

Die rund 170 Boeing 737-300 sind die ältesten in der 540 Flugzeuge umfassenden Southwest-Flotte. Bei den meisten wurde in den vergangenen Jahren die Aluminiumhaut des Rumpfes erneuert - noch nicht allerdings bei den 80 Maschinen, die am Samstag gestoppt wurden. Ein ähnlicher Unfall hatte sich im Juli 2009 bei einer weiteren Boeing 737-300 der Southwest ereignet. Damals tat sich im Flug ein fussballgrosses Loch auf - als Ursache wurde Materialermüdung ermittelt.

SDA/miw

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