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Peiniger von afghanischem Mädchen verurteilt

Ihr Schicksal hatte weltweit für Entsetzen gesorgt: Ein 15 Jahre altes Mädchen war von der Familie ihres Ehemannes brutal misshandelt worden. Nun wurden die Täter zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt.

Von ihren Schwiegereltern misshandelt: Sahar Gul wird nach ihrer Rettung in einem Krankenhaus in Kabul behandelt. (31. Dezember 2011)
Von ihren Schwiegereltern misshandelt: Sahar Gul wird nach ihrer Rettung in einem Krankenhaus in Kabul behandelt. (31. Dezember 2011)
AFP

Wie ein Gerichtssprecher heute gegenüber der Nachrichtenagentur AFP sagte, erging das Urteil bereits am Dienstag. Die zwangsverheiratete Sahar Gul war im Dezember mit schwersten Verletzungen im Haus ihrer Schwiegereltern gefunden worden. Ihr Fall hatte in Afghanistan und weltweit für Entsetzen gesorgt.

Eingesperrt und geschlagen

Die junge Frau hatte zusammen mit ihrem Ehemann im Haus seiner Eltern in der nordöstlichen Provinz Baghlan gelebt. Sie war nach eigenen Angaben vor allem von ihrer Schwiegermutter auf grausame Weise misshandelt worden, weil sie sich nicht zur Prostitution zwingen liess.

Die Frau sperrte sie ein halbes Jahr lang in der Toilette ein, fügte ihr Verbrennungen mit Zigaretten zu, riss ihr die Fingernägel aus und liess sie hungern. Guls Ehemann und ihr Schwager, die ebenfalls an de monatelangen Misshandlung beteiligt gewesen sein sollen, sind flüchtig.

Urteil als zu milde kritisiert

Die Organisation Frauen für afghanische Frauen kritisierte das Urteil als zu milde. «Wie kann jemand, der ein Mädchen fast zu Tode gefoltert hat, nur zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt werden», sagte die Aktivistin Huma Safi. Sie will Gul nun dabei helfen, Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen.

Bei der Gerichtsverhandlung habe die 15-Jährige zunächst «Angst gehabt und gezittert», als sie ihre Verwandten gesehen habe, berichtete Safi. Später habe sie sich aber beruhigt und «die Todesstrafe für ihre Schwiegereltern gefordert».

(AFP)

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