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Über 100 Tote nach heftigen Sandstürmen in Indien

Im Norden des Landes wurden mehr als 100 Menschen bei schweren Stürmen und Gewittern getötet. Die Opferbilanz drohte weiter zu steigen.

Es wurden Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern gemessen. (Video: Tamedia/Mit Material der AFP)

Schwere Staubstürme und anschliessende Gewitter haben in Nordindien mehr als 100 Menschenleben gefordert. Im Bundesstaat Uttar Pradesh starben mindestens 73 Menschen, wie die dortige Katastrophenschutzbehörde am Donnerstag mitteilte. Die staatliche Wetterbehörde sagte für die kommenden Tage in Nord- und Ostindien weitere Gewitter vorher.

Am stärksten betroffen in dem mit rund 200 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Bundesstaat Indiens war der Bezirk Agra, wo das weltberühmte Bauwerk Taj Mahal steht. Dort wurden 43 Todesopfer gezählt. Im benachbarten Bundesstaat Rajasthan kamen nach offiziellen Angaben mindestens 33 Menschen ums Leben. Die Opferbilanz drohte weiter zu steigen, weil Rettungskräfte weiter nach Verschütteten suchten.

Das Taj Mahal wurde durch die Unwetter nicht beschädigt. Im April waren bei einem Sturm in der Gegend 15 Menschen getötet und zwei Ziertürme am Eingang des Taj Mahal zerstört worden.

Starke Windböen

Starke Windböen fegten am Mittwochabend (Ortszeit) über die Region, zu der auch die Hauptstadt Neu Delhi gehört, hinweg - gefolgt von Regen und Blitzeinschlägen. Bäume wurden entwurzelt und Strommasten umgerissen. Es kam zu Bränden.

In Neu Delhi hatte sich am Mittwoch ein weisser Schleier über die Stadt gelegt. Später gab es ein heftiges Gewitter. Todesopfer wurden aus der riesigen Metropole jedoch nicht gemeldet.

Die Stürme hatten in der Nacht auf Donnerstag gewütet und Mauern und Bäume umstürzen lassen. (2. Mai 2018)
Die Stürme hatten in der Nacht auf Donnerstag gewütet und Mauern und Bäume umstürzen lassen. (2. Mai 2018)
AFP
Zu den am schwersten betroffenen Gebieten gehörte laut Medienberichten der Bezirk Agra, in dem sich auch das Grabgebäude Taj Mahal befindet.
Zu den am schwersten betroffenen Gebieten gehörte laut Medienberichten der Bezirk Agra, in dem sich auch das Grabgebäude Taj Mahal befindet.
AFP
Die meisten Opfer waren durch umstürzende Bäume getötet worden.
Die meisten Opfer waren durch umstürzende Bäume getötet worden.
Keystone
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Die meisten Opfer starben den Angaben zufolge, als ihre Häuser einstürzten. Die hohe Zahl der Toten führten die Beamten darauf zurück, dass die Menschen zum Zeitpunkt des Sturms schliefen. Betroffen waren vor allem die einfachen Behausungen der armen Landbevölkerung mit Blechdächern und Lehmwänden.

Vielerorts fiel der Strom aus, umgestürzte Bäume blockierten Strassen. Laut den Katastrophenschutzbehörden verteilten deren Mitarbeiter Hilfsgüter.

Derartige Stürme wüten in Indien jedes Jahr. Die Unwetter in der Nacht zu Donnerstag zählten allerdings zu den folgenschwersten der vergangenen Jahrzehnte. «Ich habe so einen zerstörerischen Sturm seit mindestens 25 Jahren nicht erlebt», sagte Shivam Lohia, Hotelbesitzer in Alwar im Norden von Rajasthan, der Nachrichtenagentur AFP. Häuser und Bäume seien umgeweht worden, alle Menschen hätten Angst gehabt. «Das war ein Alptraum», sagte Lohia, der fast in seinem Auto fortgerissen worden wäre.

Für die kommenden 48 Stunden würden weitere Stürme vorausgesagt, sagte der Leiter der Katastrophenschutzbehörde von Uttar Pradesh, T.P. Gupta. Die Menschen sollten daher vorsichtig sein. Die Katastrophenschutzbehörde in Rajasthan rief die Menschen auf, wegen weiterer drohender Stürme nicht im Freien zu schlafen.

Regierungschef sagt Unterstützung zu

«Traurig über die verlorenen Leben wegen der Sandstürme in mehreren Orten Indiens», schrieb der indische Regierungschef Narendra Modi auf Twitter. Den Hinterbliebenen der Todesopfer sprach er sein Mitgefühl aus. Seine Regierung gab Gelder frei, um die Sturmopfer zu entschädigen. Jede betroffene Familie soll je 400'000 Rupien (knapp 6000 Franken) erhalten.

sda/afp/sep/nag

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