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«Oh my god!» – Passant filmt Flugzeugabsturz in San Francisco

Erste Erkenntnisse zur Bruchlandung eines Flugzeuges der Asiana Airlines in San Francisco wurden veröffentlicht: Die Maschine flog demnach viel zu langsam – diesen Eindruck vermittelt auch ein Video.

Die Unglücksmaschine in San Francisco ist ersten Erkenntnissen zufolge deutlich zu langsam auf die Landebahn zugesteuert. Die Piloten hätten den Landeanflug daher anderthalb Sekunden vor dem Aufprall abbrechen wollen, sagte die Chefin der US-Behörde für Verkehrssicherheit (NTSB), Deborah Hersman, gestern in San Francisco unter Berufung auf eine vorläufige Auswertung der Flugschreiber.

Ein Mann hatte den Aufprall des Flugzeuges gefilmt: «Oh my god!», sagt der Filmende immer wieder, während dem die Maschine mit langsamer Geschwindigkeit auf die Landebahn zufliegt. Durch den Aufprall am Boden entsteht eine dicke Staubwolke. Hier geht es zum Originalvideo auf CNN.

Sechs Verletzte in Lebensgefahr

Von den 182 Verletzten schwebten sechs weiter in Lebensgefahr. Um die genaue Geschwindigkeit der Unglücksmaschine beim Landeanflug zu ermitteln, müssten die Daten der beiden Flugschreiber noch mit den Radaraufzeichnungen und anderen Luftfahrtdaten abgeglichen werden, sagte Hersman bei einer Pressekonferenz in San Francisco. Fest stehe allerdings, dass das Tempo der Boeing 777 «signifikant» unterhalb der Richtgeschwindigkeit gelegen habe.

Asiana Airlines erklärte am Montag, der Pilot habe eine Boeing 777 zuvor noch nie auf dem Flughafen in San Francisco gelandet. Er habe am Samstag versucht, sich mit der Maschine weiter vertraut zu machen. Bislang hatte er laut einer Sprecherin zwar schon fast 10'000 Flugstunden absolviert, aber erst 43 auf einer Maschine dieses Typs.

Warnsignal ausgelöst

Der Stimmenrecorder und der Flugdatenschreiber lieferten laut Hersman Aufzeichnungen in guter Qualität, so dass die NTSB-Prüfer in Washington einen vorläufigen Bericht des Unfallhergangs erstellt hätten. Da das Flugzeug der Fluggesellschaft Asiana Airlines zu langsam gewesen sei, sei ein Warnsignal ausgelöst worden. Einer der Piloten habe sich daraufhin anderthalb Sekunden vor dem Aufprall dafür ausgesprochen, doch noch nicht zu landen und die Asiana-Maschine wieder in die Luft zu bringen. Sieben Sekunden vor dem Unglück hatte einer der Piloten bereits um Erlaubnis gebeten, wieder zu beschleunigen.

Hersman hob hervor, es sei «zu früh», um aus den bisherigen Erkenntnissen Schlüsse zu ziehen. NTSB-Experten sollen demnach noch etwa eine Woche in San Francisco bleiben, um das Unglück zu untersuchen. Die detaillierte Untersuchung könne insgesamt bis zu 18 Monate dauern.

Bei Landung mit Ufermauer gestreift

Der US-Nachrichtensender CNN strahlte ein Video aus, das zeigt, dass die Unglücksmaschine beim Anflug auf den am Meer gelegenen Flughafen mit dem hinteren Teil eine Ufermauer streifte. Danach kippte sie auf den Rumpf und drehte sich um etwa 180 Grad. Bei der Bruchlandung wurden das Fahrwerk und das Heck des Flugzeugs abgerissen, danach brach Feuer aus.

123 Insassen kamen unverletzt davon. Zwei Chinesinnen im Alter von 15 und 16 Jahren starben, die übrigen 182 Menschen an Bord wurden verletzt. Wie das San Francisco General Hospital mitteilte, schwebten am Sonntag sechs von ihnen, darunter ein Kind, weiter in Lebensgefahr, insgesamt etwa 15 waren noch nicht bei Bewusstsein. Es gebe viele Unterleibs- und Rückenmarksverletzungen, von denen einige mit Lähmungen einhergingen, teilten die Ärzte mit.

Die Asiana-Maschine war in der chinesischen Metropole Shanghai gestartet und hatte einen Zwischenstopp in Seoul eingelegt. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren 291 Passagiere und 16 Besatzungsmitglieder an Bord. Die meisten Insassen waren Chinesen, Südkoreaner und US-Bürger. Einen Terroranschlag schloss das FBI rasch aus.

«Keine Motor- oder mechanischen Probleme»

Asiana-Chef Yoon Young Doo sagte in Seoul, die Unglücksmaschine habe nach bisherigen Erkenntnissen «keine Motor- oder mechanischen Probleme» gehabt. Die Maschine sei von erfahrenen Piloten gesteuert worden, fügte der Konzernchef hinzu und entschuldigte sich bei den Unglücksopfern und ihren Angehörigen mit einer Verbeugung.

Die südkoreanische Staatschefin Park Geun Hye sprach den Opfern und ihren Angehörigen ihr Mitgefühl aus und sagte ihnen Hilfe zu. Die Regierung in Seoul schickte ein vierköpfiges Team nach San Francisco, um den Unglücksort zu inspizieren.

Die Boeing 777 ist eines der meistgenutzten Langstreckenflugzeuge der Welt. Asiana, die zweitgrösste Fluggesellschaft Südkoreas, gilt als zuverlässig, das letzte Unglück mit Todesopfern liegt 20 Jahre zurück.

Von Rettungsfahrzeug überrollt

Eines der beiden Todesopfer der Bruchlandung von San Francisco ist möglicherweise von einem Rettungsfahrzeug überfahren worden. Der Gerichtsmediziner, der die Leichname der beiden getöteten 16 Jahre alten Chinesinnen untersuchen soll, erklärte, man gehe dieser Möglichkeit nach. Mit Ergebnissen sei am Montag zu rechnen.

Bei der Bruchlandung der Passagiermaschine der Fluggesellschaft Asiana Airlines mit 307 Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord wurden am Samstag zudem mehr als 180 Menschen verletzt.

AFP/AP/fko/chk/mrs

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