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Ölriese missbraucht Gastarbeiter als Desinfektionsspender

Saudi Aramco setzt einen Gastarbeiter für einen entwürdigenden Hygienejob ein – und krebst nach einem Shitstorm zurück.

Dieses Bild eines Gastarbeiters von Saudi Aramco ging viral. Foto: Twitter/@ASE
Dieses Bild eines Gastarbeiters von Saudi Aramco ging viral. Foto: Twitter/@ASE

Der Ölriese Saudi Aramco wird in den sozialen Medien heftig kritisiert. Der Grund: Im Internet kursieren Bilder, auf denen ein Gastarbeiter aus Bangladesh auf dem Firmengelände des saudischen Konzerns als menschlicher Handdesinfektionsspender herumlaufen muss.

Obschon die Bilder nicht durch Geotagging eindeutig einem Ort zugeteilt wurden, identifizierten mehrere User das Gelände als den Hauptsitz von Saudi Aramco in Dhahran.

Auf den Bildern ist der Arbeiter in der Lobby und vor dem Gebäude des Ölgiganten zu sehen. Mehrere Männer nutzen den Desinfektionsspender. Der Gastarbeiter selbst trägt dabei Handschuhe sowie eine Schutzmaske. Auf Twitter werden die Bilder als Beweis für «moderne Sklaverei» und «Rassismus» sowie als «demütigend» bezeichnet.

Der Ölriese selbst nannte die Aktion in einem am Dienstag veröffentlichten Statement auf Twitter «missbäuchlich». Die Verantwortlichen hätten lediglich die aktuelle Wichtigkeit der Handdesinfektion hervorheben wollen. «Das Unternehmen hat die Aktion sofort gestoppt und Massnahmen ergriffen, damit so etwas nicht wiederholt wird», schreibt Saudi Aramco.

Saudiarabien geriet bereits in der Vergangenheit wegen der schlechten Behandlung von ausländischen Gastarbeitern unter Beschuss. Medienberichten zufolge gestand Bangladesh im vergangenen Jahr, Arbeiterinnen aus dem Königreich zurückgeholt zu haben, nachdem diese von ihren saudischen Arbeitgebern sexuell und körperlich misshandelt wurden.

Coronavirus verursacht Ölkrieg mit Russland

Die Situation bei Saudi Aramco ist wegen der Ausbreitung des Coronavirus angespannt. Aufgrund des absinkenden Ölverbrauchs fällt der Ölpreis bereits seit Wochen. Doch die grossen Erdölförderer wollen die Produktion nicht drosseln.

Das liegt am Zwist zwischen dem Königreich und Russland. Russlands Präsident Wladimir Putin sieht keinen Grund, die Ölproduktion zu senken – die Einnahmen seien ausreichend.

Saudiarabien lässt die Situation nun komplett eskalieren und will trotz der bereits stark gefallenen Preise die Ölproduktion noch weiter ausweiten. Das Königreich wird seine Versorgung im April auf eine Menge von 12,3 Millionen Barrel pro Tag erhöhen, sagte Amin Nasser, CEO von Saudi Aramco, in einer Erklärung. Damit reagieren die Saudis auf die Weigerung Russlands, bei einer Drosselung der Produktion mitzumachen (lesen Sie hier: Wie Corona und Ölpreiskrieg die Börsenpanik ausgelöst haben).

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