Obama-Fotograf reagiert auf Trumps Politik

Jahrelang hat Fotograf Pete Souza Präsident Obama mit der Kamera begleitet. Jetzt lässt er seine legendären Bilder erneut sprechen – gegen Trumps Polterpolitik.

Dieses Bild postete Pete Souza zwei Tage nach Trumps Einreisebann gegen Muslime: Obama spricht mit einem Flüchtlingsmädchen in einem Klassenraum.

Dieses Bild postete Pete Souza zwei Tage nach Trumps Einreisebann gegen Muslime: Obama spricht mit einem Flüchtlingsmädchen in einem Klassenraum. Bild: Pete Souza/Screenshot Instagram

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Fotograf Pete Souza hat sich mit seinen eindrucksvollen Bildern der Präsidentschaft Barack Obamas einen Namen gemacht. Jetzt könnte sich der 62-Jährige entspannt zurücklehnen und die freie Zeit geniessen. Stattdessen nutzt er letztere, um über die Social-Media-Plattform Instagram, subtil seine Kritik am neuen Präsidenten loszuwerden.

Macht Donald Trump mit einer neuen Schlagzeile oder Ankündigung von sich reden, postet der portugiesischstämmige Souza eine Art visuelle Gegendarstellung – ein historisches Foto der Obama-Präsidentschaft.

Kritik zwischen den Zeilen

Ein Dorn im Auge Souzas: der Einreisebann gegen Muslime. Zwei Tage nach der Verkündung postet er ein Foto Obamas mit einem Mädchen mit Kopftuch. Die sachlich-schnörkellose Beschreibung: «Reden mit einem jungen Flüchtling in einem Klassenraum der Würde-für-Kinder-Stiftung im Jahr 2015».

Talking with a young refugee at a Dignity for Children Foundation classroom in 2015.

Ein von Pete Souza (@petesouza) gepostetes Foto am

Und der nächste Streich folgt sogleich: Einen Tag später postet Souza ein Foto vom Treffen Obamas mit dem sechsjährigen Alex, der sich für den Flüchtlingsjungen Omran eingesetzt hatte.

Remember Alex, the six-year-old boy who wrote President Obama a letter about the Syrian boy photographed in the ambulance. Alex visited the Oval Office with his family the day after the election. "Dear President Obama, Remember the boy who was picked up by the ambulance in Syria? Can you please go get him and bring him to [my home]? Park in the driveway or on the street and we will be waiting for you guys with flags, flowers, and balloons. We will give him a family and he will be our brother. Catherine, my little sister, will be collecting butterflies and fireflies for him. In my school, I have a friend from Syria, Omar, and I will introduce him to Omar. We can all play together. We can invite him to birthday parties and he will teach us another language. We can teach him English too, just like my friend Aoto from Japan. Please tell him that his brother will be Alex who is a very kind boy, just like him. Since he won't bring toys and doesn't have toys Catherine will share her big blue stripy white bunny. And I will share my bike and I will teach him how to ride it. I will teach him additions and subtractions in math. And he [can] smell Catherine's lip gloss penguin which is green. She doesn't let anyone touch it. Thank you very much! I can't wait for you to come! Alex 6 years old "

Ein von Pete Souza (@petesouza) gepostetes Foto am

Als Präsident Trump am 1. Februar seinen umstrittenen Wunschkandidaten für das oberste US-Gericht – Neil Gorsuch – bekannt gibt, legt Souza auf Instagram erneut nach: Seine Wahl fällt auf ein Foto von jenem Mann, den Obama einst gern in diesem Amt gesehen hätte. Den Post versieht er mit dem Kommentar: «Merrick Garland. Ich mein' ja bloss.»

Merrick Garland. Just saying.

Ein von Pete Souza (@petesouza) gepostetes Foto am

Keine 24 Stunden später bezieht Souza dann visuell Stellung zu Trumps Verständnis von Diplomatie. Nachdem der neue US-Präsident in einem Telefonat mit Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto die Aussage getätigt haben soll: «Ich brauche keine Mexikaner. Ich brauche Mexiko nicht», veröffentlicht Souza ein Bild aus friedlicheren Tagen: Präsident Obama und der mexikanische Staatschef beim gemeinsamen Tequila-Genuss.

Für einige Schlagzeilen sorgte auch das angeblich wenig harmonisch abgelaufene Telefongespräch zwischen Donald Trump und Australiens Premier Malcolm Turnbull. Zu Obamas Zeiten sah auch dieses diplomatische Verhältnis anders aus, will Souza zeigen:

Kritik erntet Trump auch für seine Rekrutierungspolitik – in seinem Beraterstab und Kabinett finden sich nur wenige Frauen. Souza nimmt auch dazu Bezug – mit gewohnt leisen Tönen: «Ein Treffen mit Top-Beratern.»

Meeting with top advisors. This is a full-frame picture. I guess you'd say I was trying to make a point.

Ein von Pete Souza (@petesouza) gepostetes Foto am

(jdr)

Erstellt: 11.02.2017, 16:10 Uhr

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